theolounge, wo sind deine Frauen?
Frauen wollen ihn am liebsten abschaffen, den Alibi-Tag: Internationaler Frauentag. Ich stelle dagegen die Frage: Ist theolounge ein Männerclub? Autorenmässig derzeit ja, kommentarmässig - Gott sei dank! - nein.
Jedenfalls ist es stark, beschämend und überwältigend, was das „schwache Geschlecht“ erlebt und vorlebt. Männer haben allen Grund, Achtung zu zeigen. Dazu krasse Beispiele, aus verschiedenen Ecken der Welt…
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Mukhtaran Mai: Lieben statt aufgeben!
Ihr Drama ereignet sich im hintersten Winkel Pakistans. Anlässlich des Internationalen Frauentages am 8.März hat der ORF die preisgekrönte Dokumentation “Schande” von Mohammed Ali Naqvi gesendet, die Geschichte einer einfachen Frau aus einem der rückständigsten Gebiete Pakistans. Sie kann weder lesen noch schreiben und wurde für ein Verbrechen, das ihr Bruder begangen hat, bestraft – mit Mehrfachvergewaltigung und öffentlicher Zurschaustellung.
Doch anstatt dem für viele logischen Weg in den Selbstmord wählte Mukhtaran Mai den Weg der Öffentlichkeit und Gerechtigkeit. Sie verlor dadurch Freunde, Familie und ihr gewohntes Leben – gewann aber ihre Selbstachtung zurück, denn es gelang ihr, eine Kampagne gegen die weltweit verbreiteten sexuellen Misshandlungen von Frauen zu entfachen.
Mehr selbstbewusstsein und Wissen soll jungen Frauen und Burschen helfen, diese Verhaltensweisen zu verändern. 2 Volksschulen und eine höhere Schule wurden mit Hilfe verschiedener Organisationen gegründet. 1 Jahr danach fehlte jede Menge Geld um die Projekte zu erhalten. Mukhtaran verkauft Familieneigentum, um die Schulen zu erhalten.
Ein Reporter der New York Times sorgte für die Publikation der unglaublichen Initiative von Mukhtaran Mai. 3 Jahre nach der Tat werden die bereits verurteilten Täter von einem Gericht höherer Instanz freigesprochen. Mukhtatar will vor das Höchstgericht gehen. In der Zwischenzeit wurde sie international gewürdigt, und auch der pakistanische Staat half, die Infrastruktur für ihre Schulen auszubauen.
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Im Jahr 1964 reiste die Engländerin Diane Perry nach Indien und ließ sich dort zur buddhistischen Nonne weihen. Aus Protest gegen die frauenfeindlichen Ordensregeln zog sie sich einige Jahre später ins Himalayagebiet zurück und lebte zwölf Jahre lang in einer Felshöhle in 4.000 Meter Höhe – in völliger Einsamkeit, Wind und Wetter ausgesetzt und ständig in Gefahr, von wilden Tieren angefallen zu werden.
In dieser Zeit fasste sie den Entschluss, in Nordindien ein Kloster zu gründen, in dem Frauen zu höchster spiritueller Weisheit gelangen sollten. Tenzin Palmo, wie sich Diane Perry als buddhistische Nonne nennt, reiste rund um die Welt, um Spenden für ihr Vorhaben zu sammeln und ermöglichte schließlich mehr als 100 Frauen, buddhistische Nonnen zu werden.
Sechs Monate im Jahr bereist Tenzin Palmo die verschiedensten Orte der Erde und hält Vorträge über den tibetischen Buddhismus.
Stella Deetjen: Kann man dem Moment folgen?
Eine junge idealistische Schauspielstudentin auf der Suche nach Abenteuer - und nach Liebe. Die Begegnung mit einem leprakranken Bettler auf der Straße verändert ihr Leben. Aus drei Tagen auf dem Motorrad eines Hippies werden Jahre!
Zehn Jahre bleibt sie an der Seite der Unberührbaren, die in Indien weniger wert sind als der Müll. Bei den Leprakranken findet sie auch “weggeworfene” Straßenkinder, wieder kann sie sich nicht abwenden und hilft. Sie gründet nach “Back to Live” ein zweites Sozialprojekt “Go Ahead“.
Die Autorin Helen Wild hat Stella Deetjen ein Jahr lang begleitet und ist mitten in den zähen Kampf geraten, den Stella ausfechten muss. Den Kampf um jeden gespendeten Euro, den Kampf mit den deutschen und indischen Behörden, den Kampf, mit Vertrauensbruch und Betrug fertig zu werden. Außerdem steht Stella zwischen zwei Welten: Deutschland, dem Zuhause, das für sie kein Zuhause mehr ist, und Indien, der neuen aber harten Heimat.
Mata Amritanandamayi: Kann man die Welt umarmen?
Auf ARTE war sie vor wenigen Tagen zu sehen. Amma ist eine Frau, die in ihrer Mission auf unwahrscheinliche Weise aufgeht. Mata Amritanandamayis Markenzeichen sind darshans, bei denen sie jeden, der das wünscht, umarmt. Im Englischen ist sie deshalb als the hugging saint bekannt. Zu Anfang tat sie dies an drei Tagen in der Woche, heute leistet sie diese Umarmungen fast jeden Tag viele Stunden lang.
Für die Umarmungen werden Nummern ausgegeben und Amma umarmt so lange, bis auch jeder mit einer Nummer die Umarmung erhalten hat, was oft bis tief in die Nacht, zuweilen sogar bis Sonnenaufgang dauert. Aufgrund des Andrangs wurden die Umarmungen immer kürzer, vor allem in Indien, wo der Andrang sehr groß ist.
Amma reist auch regelmäßig in westliche Länder, um diese Begegnungen, zu denen oft tausende von Menschen kommen, abzuhalten. Bis zum Jahre 2006 hat sie etwa 24 Millionen Menschen umarmt. Neben ihren Umarmungen beantwortet sie auch Fragen, wobei Anhänger, die kein Malayalam sprechen, diese zunächst auf Englisch aufschreiben sollten. Sie ist im Vergleich mit anderen Meistern nicht nur beeindruckend, sondern auch für jeden zugänglich.
Und theolounge betreffend: Müssen Frauenthemen weiterhin von Männern geschrieben werden? Das liesse sich doch ändern…
Bilder: alle Abbildungen von www.flickr.com, für Veröffentlichungen in blogs freigegeben.
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ich schreibe lieber bei Publik-Forum ..oder gleich den Brüdern in die Männerkiste…www.bruederbewegung.de :-((
@Merve
… auf jeden Fall ist es schön dass du bei theolounge reinschaust :-))
Da kann wohl nichts machen
@alle
Sonst gibt’s nichts zu sagen zu 4 starken Frauen ??
Klasse Artikel, danke ! Ich habe schon verschiedene Frauen gefragt, auch ein paar Theologinnen, Reli-refrendarinnen….aber irgendwo nicht so das Interesse. Liegt hauptsächlich offenbar daran, dass sie bisher nix selbst schreiben und auch keinen Blog haben. Drum erschien es denen zu kompliziert, obwohl es das nicht ist.
Hoffe, es melden sich mal ein paar
Die Dame heißt wohl Deetjen (nicht Detjeen). Zumindest hat der Name mehr Google-Hits.
Zu den vier angesprochenen Frauen habe ich jetzt sonst nichts zusagen, aber noch was an alle Frauen anlässlich des Weltfrauentags:
Schön, dass es euch gibt!
Es hat zwar Überwindung gekostet, aber es ist ehrlich gemeint.
@Philip
Danke für die Richtigstellung - Deetjen ist richtig
Wie gesagt, jeder Tag sollte Frauentag sein. Für viele Männer ist das auch überhaupt keine Frage.
Andererseits liesst man dieser Tage wieder von einer Reihe von Frauen (Journalistinnen), dass sie auf diesen Tag verzichten wollen.
Warum eigentlich? Fühlen sie sich arbeitslos, wenn sie registrieren, dass für viele Männer heute jeder Tag Frauentag ist?
Auch in der Kirche wird der Einsatz von - und der Wunsch nach Frauen unaufhaltsam mehr. Vergessen wir nicht, dass es selbst im säkularen Bereich (!) in einem hochentwickelten Land wie der Schweiz (!) erst seit einer Generation (!) ein flächendeckendes Frauenwahlrecht (!) gibt…
Mein Tipp an die Männer: sie müssen gar nicht so weit weg gehen, um mitzukriegen, dass und was Frauen HIER Hartes erleben!
Nachtrag zu PF: Frausein in Deutschland..
Dies hier ist mir ein zu obskurer Verein…sowas wie Livenet—:-)…so im Zwischen-Fundi-Bereich…*Schauder*
Liebe Merve,
toller Begriff: Zwischen-Fundi. Das bedeutet dann wohl: nicht so ganz Fundi, aber irgendwie doch?
Liebe Merve,
das ist kein Fundi Verein hier. Sondern einer, der verschiedene Strömungen und Denkrichtungen zulässt. Der versucht, zu informieren. Der aber auch Persönliches zulässt. Und der versucht aufzudecken, wenn Menschen im Rahmen der Religion verklavt werden.
Ein Verein, der liberal ausgerichtet ist, der viele Denkströmungen zulässt, der aber immer wieder versucht, nicht in eigene Gedankengebilde abzurutschen, sondern sich an faktischen Artikeln zu orientieren und darauf zu verweisen.
Wenn Du das mit Fundi in Verbindung bringst, hast Du Dir wohl kein sonderlich differenziertes Bild gemacht.
Und ein Verein, der den Glauben ernst nimmt. Wenn Du das als Fundi bezeichnest: dann ja. Aber was bist Du dann ? Nix mim Glauben am Hut ?
ps: dass wir keineswegs “Fundi” sind, wie Du es wohl siehst, merkst Du auch daran, dass wir sämtliche Kommentare - also auch Gegenmeinungen zu den unseren - zulassen und diese Spannung aushalten. Sofern die Kommentare nicht rassistisch sind oder zb von Scientology stammen.
…ist natürlich die Frage, ob Du diese Spannung aushältst: dass andere Menschen andere Meinungen haben ?
meinen: als alte 68erin immer tolerant!
gegenüber andren Meinungen!
Aber inzwischen hat sich bestätigt, was ich immer voraus gesagt habe: selbst ein hartnäckiger Brüderverein tut Abbitte!
http://www.baptisten.org/thementexte/news_show.php?sel=500&select=thementexte&show=64&cat=Referate%20und%20Artikel
Aber reicht das???
Merve…weiterhin bei “Frausein in Deutschland” bei PF,
Soll das ein Witz sein? u.a.
PS. Im Moment glaube ich nix…mehr…dahin muß frau erstmal kommen!
Komme selber von den Baptisten her, nun aber in der evang. lutherischen Kirche (war früher nicht getauft, nun aber schon seit mehreren Jahren).
Hmmm, die Baptisten haben Vor und Nachteile, wie alles im Leben: sie nehmen den Glauben ernster, als vielleicht die Volkskirche, haben aber auch eine gewisse Frömmigkeit (finde ich), die manchem seltsam erscheint, ist mir durchaus bewußt.