Gibt es die Hölle ? - Inzestfall Amstetten (Österreich)

“Die Hölle ? Das sind die anderen !”, so heißt es in einem Theaterstück von Jean-Paul Sartre .

Das war die Überschrift unseres Kurzartikels über die Hölle, der auf heute geplant war. Traurige Akualität bekommt er durch ein Ereignis, das eigentlich vollkommen unvorstellbar ist. Ein Vater sperrt seine Tochter 24 Jahre lang ein, zeugt mit ihr mehrere Kinder, mißbraucht sie über diese lange Zeit - eine Ewigkeit.

Jemandem, der so handelt, möchte man fast schon die Eigenschaften eines Menschen absprechen. Und jemand, der so etwas erleben muss, wird geprägt sein, sein ganzes Leben lang. Ein Leben im nicht mehr endenden Trauma.  

Auch theologisch stellen sich gleich ein Haufen Fragen, die man jedoch irgendwie auch schlecht beantworten kann: Woher kommt das Leid auf der Welt ? Gibt es das “Böse”, den “Teufel” ?

Nun, und hier zum eigentlichen Artikel von heute: gibt es die Hölle, bzw. was für Vorstellungen davon gibt es  ? > Hier lesen.

Ach ja, wenn es Ihnen danach ist: vielleicht beten Sie für die Betroffenen. Und wenn Sie sehr tough sind: auch bzw. sogar für den Täter, so krank er auch sein mag - sofern Sie das können. (Warum sollte man so etwas Verrücktes tun ? deshalb: > hier lesen.)

Und eine Frage bleibt im Raum kleben und geht nicht weg: passiert das öfters, vielleicht auch bei uns ? Wie hoch ist die Dunkelziffer ? Ein weiser Rat: halten Sie die Augen offen, zeigen Sie ab heute mehr Zivilcourage ! Schauen Sie nicht weg, wenn Ihnen etwas verdächtig vorkommt. Sprechen Sie mit vielen Menschen darüber - denn im Gespräch ergibt sich oft eine Klarheit, die man sonst nicht erhält.

Lesen Sie auch:

> Die selbstzufriedene Gesellschaft
> Missbrauch - wie erkennt man einen Täter ?
> Pressekonferenz - VIDEO
> Martyrium im Keller

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 Bild:Stuck in Customs ,flickr.com

21 Responses to “Gibt es die Hölle ? - Inzestfall Amstetten (Österreich)”

  1. “Die Hölle, das sind die Anderen” ist ein Zitat aus dem (inzwischen klassischen) Nachwort zu Huis Clos (Die geschlossene Gesellschaft), bezieht sich aber nicht auf die Hölle im eigentlichen Sinn. Auch ist es keine Definition, sondern viel eher ein Kommentar.
    Was ich aber eigentlich sagen wollte: Ist es ein Fehler, dass “> Hier lesen” auf Wikipedia verweist?

  2. @vordichtung

    Der Link zu Wiki ist schon beabsichtigt, denn es ging eigentlich um die “Hölle” - die dann aus aktuellem Anlass in einen aktuellen Zusammenhang gestellt wurde. Hier kann man sich einen Überblick über verschiedene Sichtweisen zur Hölle machen.

  3. @vordichtung

    ja, danke, hat recht, habs korrgiert !

  4. Das ist ja wohl nicht Dein Ernst, dass ich für den Täter auch noch beten soll?!?!? *kopfschüttel*… Wer für den betet, ist ein Heuchler. Stell Dir vor, Dir selbst oder Deinem Kind wäre das angetan worden. Würdest Du dann immer noch für diesen Dreck beten? *kopfschüttel*… Dann betet ihr Christen doch gleich für den Teufel, denn wenn es einen gibt, dann in der Person dieses Täters…

  5. [...] Inzest bekommen. Der Link hat mich zu folgendem Beitrag im Blog ‘theolounge’ geführt: Gibt es die Hölle? - Inzestfall Amstetten (Österreich). Darin äussert der Autor folgendes: Ach ja, wenn es Ihnen danach ist: vielleicht beten Sie für [...]

  6. …ehrlich gesagt, weiss ich ohnehin nicht, was Beten soll, aber eigentlich beten wir doch immer für eine gute Sache, oder?
    Hier kann man mal wieder sehen, dass die Christen sich das sehr einfach machen: BETEN wir um Vergebung! Was für ne Vergebung? Kann man da vergeben? Der Typ gehört an den Galgen. Aber so sind wir zarten Europäer ja nicht. Wir bezhalen ihm ein bequemes Zimmer mit TV und: er hat sogar noch Menschenrechte.
    Kann sich das einer vorstellen?
    Die arme Frau wird sich sicherlich das Leben nehmen, wenn sie die Chance bekommt…
    Ich versuche es mir immer an mir selbst oder in näherer Umgebung vorzustellen. Bei dieser Sache kann ich aber keinen Gedanken zu Ende bringen, weil mich das so sehr anwidert.
    Wenn jemand, egal ob mit Glauben oder ehrlich sagt, dass man diesen Kerl noch irgendwelche Rechte zugestehen soll, dann zweifle ich deren Verstand an.

  7. auch ich bin entsetzt. schon der “fall” kampusch war für mich unverständlich. nicht nachvollziehbar, wie man(n) über jahre (!) jemanden missbrauchen kann.
    dass es - wie auch jetzt - dann in abgeschiedenheit und heimlichkeit geschieht, ist nur folgerichtig: jeder mensch versucht seine fehler zu vertuschen, um so mehr, wenn es so gravierende dinge wie inzest und missbrauch ist.
    aber - das prinzip, böses zu tun, geht weiter als nur bis österreich.
    und da hat der obige autor recht: wie schlimm muss es um die seele und psyche eines menschen bestellt sein, wenn er diese dinge tut.
    es gibt nichts neues unter der sonne (prediger salomo) - zu allen zeiten waren menschen fähig, unmenschliches zu tun.
    und die heutigen medien berichten natürlich auch noch breit darüber - endlich mal was perverses, was sie den leuten in allen details aufzeigen können. dabei wird vergessen, wieviel leid es auf dieser erde gibt.
    aber es könnte anders sein.
    einen hilfreichen artikel dazu fand ich hier:
    http://www.glaube24.de/3995-542-2320-Artikel.html

  8. @Barbara

    Mich widert es ebenso an.
    Für diese Person beten ?
    Nun ja, das ist die ethisch radikale Forderung der Feindesliebe in der Bergpredigt, (Mt 5-7):

    http://de.wikipedia.org/wiki/Feindesliebe#Christentum

    Man sieht hier allerdings an diesem Beispiel, wie schwer bis nicht fast unmöglich dies ist.

  9. Außer man ist Jesus.

  10. ja, als Mensch kriegt man das wohl kaum gebacken…

  11. Beten für den Täter?? Für die OPfer ja, aber nicht für diesen Psychopathen!!!!

  12. Ja, mein Ding wäre es auch nicht….aber man kann beten beispielsweise, dass er Einsicht bekommt, Reue, dass er erkennen kann, was er angerichtet hat, dass er sich ein klein bischen vielleicht versuchen kann, auszusöhnen - obwohl das natürlich ein Ding der Unmöglichkeit ist.

    So in die Richtung vielleicht kann man beten.

  13. @Barbara

    Da Du möglicherweise Deine Kommentarfunktion deaktiviert hast, muss ich hier zu Deinem Artikel mal einiges richtigstellen:
    http://pagalakala.wordpress.com/2008/04/29/kopfschuttel-amstettener-inzest-beten-fur-den-tater/

    Es ist klar: Fremdes Leid berührt einem nicht so, wie wenn man es selbst erlebt. Man kann grosses Mitgefühl für jemanden hegen, dem Leid angetan wurde, aber es selbst zu erleben ist dann doch nochmals etwas anderes. Trotzdem: In diesem Fall für den Täter zu beten, bedeutet sich auf die Seite des Täters zu stellen und somit das Opfer erneut in seiner Würde zu verletzen. Es ist nicht schwierig sich vorzustellen, was dieses Opfer an jahrzehntelangen Höllenqualen durchgemacht hat. Dann herzugehen und im Gebet noch ein gutes Wort für den Täter einzulegen finde ich dermassen daneben, dass mir die Worte fehlen! Ich begreif das nicht, wie man diese Idee auch nur erwähnen kann.

    Diese Idee kann man erwähnen, weil sie der christlichen Ethik immanent ist:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Feindesliebe#Christentum

    Und es geht darum:

    man kann beten beispielsweise, dass der Täter Einsicht bekommt, Reue, dass er erkennen kann, was er angerichtet hat, dass er sich ein klein bischen vielleicht versuchen kann, auszusöhnen - obwohl das natürlich ein Ding der Unmöglichkeit ist.

    Ich fände das angenehm, wenn Du diesen Artikel hier im richtigen Zusammenhang zitieren könntest. Denn es sollte eigentlich klar geworden sein, dass das Verhalten des Täters in keinster Weise zu billigen ist.

  14. Wegen dem zitieren im richtigen Zusammenhang: Jeder der auf meinen Beitrag kommt, hat durchaus die Möglichkeit, hierherzufinden und den ganzen Artikel zu lesen.

    Und was Vergebung oder Feindesliebe betrifft: Hat nicht allein das Opfer das Recht, zu vergeben, wenn ihm daran gelegen ist? Als Aussenstehende ist es sehr viel einfacher, gute Worte für den Täter einzulegen.

    Abgesehen davon bezweifle ich, ob Vergebung in jedem Fall sinnvoll ist. Stur geforderte Vergebung, egal was passiert ist, ist ein weiterer Schlag in die Seele des Opfers.

    Auch ich bin der Meinung, dass Liebe Gott ist und Gott bzw. Liebe das Höchste, was es gibt. Ich glaube an einen Gott, der sich ausnahmslos allen erbarmt. Auch wenn ich es nicht kann. Aber dem Opfer gegenüber von Vergebung zu sprechen, heisst es nochmals zu töten.

  15. Und meine Kommentarfunktion ist übrigens nicht ausgeschaltet. Aber wahrscheinlich hast Du eh Deine Antwort hier posten wollen.

  16. Ich denke man sollte dem Tipp von F. mit der satanischen Sekte nachgehen. Das diabolische an diesem Fall ist so offenkundig, dass man unbedingt in diesem Millieu recherchieren sollte.

  17. @Barbara

    Nein, ich hatte dreimal verucht, die Dir auf dem Blog zu antworten. Schau mal nach, vielleicht ists in den Spam gerutscht.
    Klar, allein das Opfer kann vergeben - wer denn sonst. Und es ist derzeit sicher nicht der Zeitpunkt zum Vergeben - aber irgendwann vielleicht.
    Aber die Thematik mit dem Vergeben stammt so in dieser Weise auch gar nicht von mir.
    Ich hatte das erstmal nicht auf die armen Opfer bezogen.
    Sondern auf den Leser, der möglicherweise für diesen Gestörten - falls er das kann - ein Gebet übrig haben könnte. Vielleicht eben eines in die Richtung: der Täter möge erkennen können, was er angerichtet hat, er möge umdenken lernen (auch wenn das sicher ein extrem frommer Wunsch ist. )
    Ich kann für den Typ übrigens nicht beten, mich widert das zu sehr an.

  18. Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Die Gesunden bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken.
    Ich bin gekommen, die Sünder zur Buße zu rufen und nicht die Gerechten.
    (Lk 5,31f)

    Warum soll man nicht auch für den Täter beten? Man stellt sich damit nicht auf die Seite des Täters. Das ist ein Schlussfolgerung, die ich nicht nachvollziehen kann. Es ist furchtbar, was er getan hat. Und er wird es nie wieder gut machen können. Aber wenn Gott bereit ist, alles zu vergeben, dann sollten wir das auch versuchen.

    Und ich bin überzeugt, dass den Opfern am besten geholfen werden kann, wenn sie die Liebe Gottes kennen lernen. Und es wird den Opfern nicht helfen, wenn wir den Täter verdammen. Denn Rache macht nicht satt.

  19. @Philip

    Danke, treffend in Worte gefasst ! Irgendwie so war das auch gemeint von mir. Hat man mir aber im Mund umgedreht, was ich sagen wollte.

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