Der Spiegel über Evangelikale

Der Spiegel-Autor Peter Wensierski versucht sich in einer Bestandsaufnahme der konservativen Christen in Deutschland. Ein wenig scheint er jedoch die einst so objektive Berichterstattung des Nachrichtenmagazins zu verlassen, wenn er von “christlichen Eiferern” spricht und eine Drohkulisse aufbaut. Vielleicht ist das immer das Problem, wenn man aus einer Außenperspektive heraus über Dinge berichtet, die man nur oberflächlich versteht. > Hier lesen.

Bild:paulbence photography,flickr.com

15 Responses to “Der Spiegel über Evangelikale”

  1. “spieglein, spieglein in der hand, wer sind die schlimmsten im ganzen land?

    es hätte mich auch wirklich sehr verwundert, wenn so kurz vor “christi himmelfahrt” kein in typischer spiegelmanier geschriebener “artikel zum feiertag” veröffentlicht worden wäre….”
    http://himmelunderde.wordpress.com/2008/04/28/spiegeleien/

  2. Drohkulisse?
    Meines Wissens gibt es tasächlich konservativ christliche Gruppen die “Weisheiten” verbreiten wie z.B. Homosexuelle hätten den Tod verdient, wer an AIDS erkrankt sei selbst daran schuld und hätte somit auch den Tod verdient, zusammen mit Leuten die vor der Ehe Sex haben.
    Zumindest gibt es in meiner Heimatstadt in Deutschland eine solche Gruppe, ein aktives Mitglied ist passenderweise dann auch Lehrer, und der gute Herr verbreitet im Geschichtsunterricht (!!!) Kreationismus.
    Selbstverständlich stört das niemanden so richtig, der Mann ist ja ein “guter CHrist” und kein “böser Muslim”.

    Und darueber darf man nicht kritisch berichten??

    harey

  3. Doch,klar.
    Hab den Spiegelartikel nicht gelesen, nur die Rezension im Pro. Mag sein, dass sie das wieder bischen in dubio pro reo ausgelegt haben bei Pro ;-)

  4. Würde mich ja selbst auch als “evangelikal” bezeichnen, sehe aber schon, dass die Kritik auch nicht ganz unberechtigt ist.

    Diese politische Einflussnahme halte ich für nicht erstrebenswert und ich denke, so sehen das auch die meisten Evangelikalen, zumindest hier in Europa.

    Wenn man schon meint, man müsse als Christ politisch Einfluss nehmen, dann sollte man sich wenigstens für den Frieden und gegen Armut einsetzen.

  5. Evangelikal ist kein Schimpfwort und zu umfassend, als dass man sagen könnte: gut oder schlecht.
    Es hat Vorteile und Nachteile, denke ich.

    Manche Landeskirche ist zu trocken und hat keinen Glauben mehr, nichts mehr zu vermitteln. Manche evangelikale Richtung kippt in die andere Seite ab und lässt keine anderen Sichtweisen zu.

    Sinnvoll ist wohl irgendwo eine Positionierung im Zwischenfeld, muss nicht unbedingt in der Mitte sein.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Evangelikalismus

  6. Manche evangelikale Richtung kippt in die andere Seite ab und lässt keine anderen Sichtweisen zu.

    Ja, wobei hierfür ja auch der Begriff “Fundamentalismus” verwendet wird.

  7. ja, die beiden radikalen Flügel sind einmal wohl:

    - der Säkularismus, wo der Glaube nur noch pro forma vorhanden ist

    - der Fundamentalismus, wo keine andere Sicht richtig ist, als die eigene.

    Beides nicht anzustreben…

  8. ich kann mich im wesentlichen ALLEN kommentaren hier inhaltlich gut anschließen.

    trotzdem finde ich es schon irgendwie ein bisserle witzig-komisch, dass der spiegel keinen christlichen feiertag vergehen lassen kann, ohne irgendeine breitseite gegen christliches zu schießen.
    und wenn es schon nicht gott selbst ist, der durch den kakao gezogen wird, müssen halt die herhalten, die aus ihrer beziehung zu gott und glauben gar keinen hehl machen … in diesem land wird dann ziemlich undifferenziert gleich alles mit der “berechtigten” kritischen keule - ich will nicht sagen platt gemacht, aber doch - malträtiert, frei nach dem motto, hauen wir doch mal kräftig auf den busch, irgendeinen wird’s schon (zu recht?) treffen.

    und da ist es halt schwierig dem kritischen artikel nur zustimmend oder nur ablehnend zu begegnen, es stimmt manches und vieles auch wieder nicht.

    ich habe mir angewöhnt, den spiegel als kritisches sprachrohr zu christlichen themen unter “ferner liefen” zu lesen. damit kann ich wenigstens ruhig schlafen!

    (kleine anmerkung am rande: ich frage mich allerdings - nicht zum ersten mal - ob die gleiche herangehensweise bei anderen themen genauso wenig differenziert und oberflächlich ist. in sachen christenkram kann ich es zumindest ein wenig beurteilen, bei vielen anderen themen verlasse ich mich auf eine (vermeintlich) “gute recherche”.
    wie gut ist sie wirklich?)

  9. ja, ich denke, da ist was dran:
    man kann alles relativieren, ironisieren etc. und am Schluß bleibt nichts mehr, was noch einen Wert hat.
    Dann startet man verzweifelt eine Werteoffensive und sucht in der Beliebigkeit einen Halt.
    Zuviel ratio hat eben auch ihre Kehrseite - und übersieht sicher auch wichtige Dinge.

  10. so, so, interessant. Ich stimme aber nicht so ganz zu, dem Argument “wenn die Gesellschaft schon immer unmoralischer wird und Menschen nicht mehr ueber Ethik nachdenken, dann sollte man sich ueber ein paar Christen freuen die weit jenseits demokratischer Grundsätze stehen, andersdenkenden den Tod wuenschen und an starken Kontrollzwang leiden, denn wenigstens haben sie eine Meinung”

    sehe ich nicht so, Medien (und somit auch der von mir wenig geschätzte Spiegel) haben das Recht und auch die Pflicht ueber Entwicklungen in der Gesellschaft zu informieren.
    Und ich denke dass es durchaus Gruende gibt Evangelikale zu kritisieren. Mag sein dass nicht alle Evangelikale “böse” sind, aber Teile dieser Bewegung haben meiner Meinung nach demokratischen Boden eindeutig verlassen, und das sollte man gerade als Christ nicht verteidigen. (frei nach dem Motto, die werden schon niemandem was tun, die lesen ja die Bibel)
    Damit stellen sich auch gemässigte CHrsiten in ein fragwuerdiges Licht.

    harey

  11. Dieser Artikel verwundert schon. Verschiedenste Gruppen, Gemeinschaften, Bewegungen und sogar die lutherischen Altlutheraner (SELK) bekommen ihr Fett weg. Als lutherischer Pfarrer bin ich entsetzt über diesen Revolverjournalismus. Diese Droh- und Unheilsartikel ist sehr schlecht, weil er die unterschiedlichsten Gruppen in einen Topf wirft - nach dem Motto: Den richtigen trifft’s bestimmt. Wenn die Artikel des Spiegel auch in anderen Bereichen so schlecht recheriert sind, na dann gute Nacht Zeitschrift Spiegel. Seriös und fundiert ist dieser Artikel nicht. Der Autor zeigt nur seine blanke Unkenntnis. Es wäre an der Zeit, dass sich der Spiegel mal einen Theologen ins Haus holt…

  12. Harey, solche Leute, die den Boden der Demokratie verlassen haben, hat hier niemand verteidigt. Von daher lohnt es sich nicht, auf deine Argumentation einzugehen, weil du hier irgendein Phantom bekämpfst, das es so nicht gibt.

    Ich habe selbst nen kleinen Einblick in die evangelikale Szene und habe solche Leute noch nicht getroffen. Eigentlich höre ich immer nur aus den Medien davon, dass es diese extremistischen Evangelikale geben soll. Langsam frag ich mich aber schon, wo die eigentlich sind.

    Also zeig mir mal bitte diese Leute, damit ich mich von ihnen distanzieren kann. Oder stehe ich sowieso schon in “fragwürdigem Licht”, egal was ich schreibe, nur weil ich Christ bin?

  13. Ach stimmt, da fällt mir dieser Spinner ein:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Fred_Phelps

    Der ist aber absolut isoliert. Und was er predigt, hat nichts mit der Botschaft von Jesus Christus zu tun.

  14. völlig ok, was der Spiegel sagt! Kann mich als Insiderin bezeichnen. Allerdings Ausgestiegene (nur Mitläufer, da angeheiratet) —>Merve…bei http://www.publik-forum.de “Frausein in Deutschland”

    Wer sind die Schlimmsten im ganzen Land? :-)

  15. Der Kommentar von Rika trifft ins Schwarze! SO sind Evangelikale! Und darüber hinaus betreiben sie Geistlichen Mißbrauch und Zerstörung in Partnerschaften. Sowas habe ich jedenfalls in der ev. Kirche nicht erlebt!

    Die Ehe muß für christliche Gemeinschaften und Missionierer tabu sein.

    Menschen zu infiltrieren, sie dürfen keine Partner aus anderen Gemeinschaften oder anderen Glaubens heiraten, ist Geistlicher Mißbrauch! Eine Gemeinschaft darf sich nicht VOR die Liebe stellen!

    Diese Partner zu verunsichern, sie seinen “nicht richtig” und müßten sich auf das Verständnis ihrer Gemeinde einschwören, ist Geistlicher Mißbrauch! Eine Gemeinschaft darf sich nicht derart in einen Prozeß einmischen und eine Entwicklung “forcieren”.

    Menschen auf Lebensstile gleichzuschalten, sie zu beeinflussen, ihre individuellen Pläne NACH den Gemeindeplänen zu stellen (etwa Wohnort, Beruf, Erziehung), ist Geistlicher Mißbrauch. Eine Gemeinschaft darf sich nicht derartiger Selbsthilfemöglichkeiten ihrer Anhänger bemächtigen und Menschen abhängig machen.

    Familien, die in diesem Netzwerk verhaftet und drangsaliert worden sind, sind auf Dauer geschädigt! Ich habe inzwischen einige Ehemalige kenen gelernt, die ein Leben lang die Folgen mitschleppen!

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