Zuerst einmal: der 31.Oktober ist eigentlich der Reformationstag, Andenken an einen Lichtblick im einst so dunklen Mittelalter. Martin Luther befreite die Menschen von manch irrigen Vorstellungen, beispielsweise der, dass man sich durch Geld von Sündenstrafen freikaufen müsse. In der Nacht vom 31.Oktober auf den 1.November (Allerheiligen) wird neuerdings verstärkt (auch aus kommerziellen Interessen und aus den USA herüberschwappend) hierzulande Halloween gefeiert- welches natürlich kein christliches Fest ist. Wie soll man aber dazu stehn, zu: Halloween ? Hier lesen.
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Allerheiligen! Natürlich. Was ist Halloween?
> Allerheiligen! Natürlich. Was ist Halloween?
Ich denk mal, ‘Hällo Wien’ ist ein alter habsburgischer Kampfruf, oder?
Halloween ist ja eine Verkürzung von All Hallows Evening, also der Vorabend vor Allerheiligen. Gemäß reichschristlichem (nachkonstantinischem) Brauch wurden heidnische Feste durch christliche Feste überlagert, um das Heidentum auszumerzen. Allerheiligen passt in gewisser Weise ja auch zum keltischen Totenfest Samhain; sodass sich die Überlagerung mit einem christlichen Festinhalt geradezu anbot. Nun zeigt sich bei Halloween (und anderen christianiserten Festtagen), dass das Heidentum gerade nicht ausgemerzt wurde, sondern konserviert.
Dumm gelaufen, oder systemimmanent? Es ist ja ebensowenig gelungen, durch eine oberflächliche Christianisierung (Zwangskindertaufen) die heidnischen Herzen der Europäer zu bekehren. Im Endeffekt erwies sich auch das als ein Trugschluss.
Die Reformation war ein Lichtblick in dieser Situation, doch setzte sie den volkskirchlichen Kurs fort. Also weiterhin Christenum aus Staatsräson, aber wenige echte Bekehrungen. Ob der Reformarionstag ein Anlass zum Feiern sei (als ob damit Grundlegendes erneuert worden wäre) möchte ich infrage stellen. Persönlich steht mir der 21. Jänner 1525 näher. An diesem Tag fand in einem Privathaus in Zürich die erste Taufe aufgrund eines persönlichen Bekenntnisses seit der Durchsetzung des Staatskirchentums statt. Dieser mutige Schritt leitete eine tiefergehende Reformation ein, die den Rahmen der spätmittelalterlichen Gesellschaft sprengte und auch von den fürstentreuen Reformatoren blutig verfolgt wurde.
Es bleibt also ein Beigeschmack am 31.Oktober; die „gruseligen“ Seiten der Reformatrion stellen die Geistermasken von Halloween jedenfalls in einen kalten Schatten des Todes.
„Halloween oder Allerheiligen?“
Beides!