München. Vorhin in der U-bahn. Der unfreundliche Herr auf diesem Bild ist der Meinung, sein Hund müsse dort sitzen, wo Menschen sitzen können. Mit dieser Meinung ist er alleine.
Die U-bahn ist voll. Hauptverkehrszeit. Besagter Mann besteigt die Bahn, findet einen Platz. Sein Hund erschreckt eine Muslima, die auf der anderen Seite des Gangs sitzt. Sie zuckt zusammen als der Hund sie berührt, will sich aber wohl nichts anmerken lassen.
Ein Fahrgast steht auf und geht weg. Besagter Mann nebst Hund haben nun 3 Plätze beansprucht, der Rest der U-bahn ist voll, alle Leute stehen.
Ich gehe zu den Sitzbänken, will mich setzen, aber der Hund sitzt ja im Gang. Ich sage freundlich zu ebendiesem Herrn: „Können Sie bitte Ihren Hund in den Gang setzen, damit ich mich hinsetzen kann ?“ Es war eingentlich keine Frage, es ist eine selbstverständliche Forderung. Höflich. Ich weiß zu diesem Zeitpunkt noch nicht, wie dieser Mann so tickt.
„Nein“, die Antwort.
Ich sage: „Nehmen Sie bitte sofort Ihren Hund dort weg !“, scharfer Ton.
„Nein, warum sollte ich ?“ die Antwort.
Ich gehe. Es macht keinen Sinn. Manche Leute würden solch einen Menschen mit Schimpfworten versehen – ich halte mich zurück.
Ich stelle mich in den Gang an den Türen, recht voll. Gedanken schwirren durch den Kopf. Was ein krasser Typ.
Er hat sich mittlerweile unmöglich gemacht, die anderen Passagiere haben alles mitbekommen. Die etwa 60 jährige Frau, die noch bei ihm saß, steht auch auf und entfernt sich. Er hat nun 4 Plätze in der proppevollen U-bahn für sich und seinen Hund. Die Muslima steht bereits seit ein paar Minuten.
Ich mache mir Gedanken. Was ein unsozialer, egoistischer Mensch das sein muss. Ein Gedanke kommt mir in den Kopf. Ich zücke mein Handy, knipse ihn. Sage laut: „Ich werde einen Artikel über Sie schreiben. Sie können ihn heute abend im Internet finden“.
Ich füge hinzu: „Falls sie wissen, was das ist, das Internet“.
Dem Mann wird vielleicht etwas unwohl. Bei einem zweiten Foto streckt er die Zunge heraus, demonstriert, das lasse ihn kalt. So kalt lässt es ihn aber offensichtlich doch nicht. Er fährt fort: „Das Handy ist abends kaputt !“
Ganz wohl scheint ihm die Sache nicht mehr zu sein.
Ich vesichere ihm knapp: „Keine Sorge, das Handy funktioniert einwandfrei. Sie können sich darauf verlassen.“
Die U-bahn ist zur Bühne geworden. Wir haben ein Schauspiel geliefert, viele Menschen haben zugesehen. Die Aussage dieses Schauspiels lautet: „Ich lasse es nicht zu, wenn jemand Menschen so behandelt wie dieser Mann.“
Einsam sitzt er auf seinen 4 Plätzen, während der Rest der Fahrgäste steht – und ihn beobachtet. Am Hauptbahnhof steigt er aus. Er wagt es nicht mehr, zu mir herüber zu schauen. Er hat sich selbst in die Isolation getrieben durch sein Verhalten. Er hat sich aus der Gemeinschaft der Menschen, die im Zug waren, ausgegrenzt.
Nun die theologische Frage:
What would Jesus say ?
Nun, meine 5.Klasse am Gymnasium hat die letzten Tage mehr gelernt, als dieser Mann mit seinen 50+ Jahren. Nämlich was es heißt, die Menschen zu lieben. Sie lernten Jesu Doppelgebot der Liebe: Gott lieben – und Deinen Nächsten wie Dich selbst.
Die Voraussetzung dafür fragte ich meine 5.Klässler auch ab: Voraussetzung dafür, dass dieses Gebot funktioniert, ist, dass man sich selbst liebt.
Besagter Mann liebt scheinbar sich selbst nicht. Er kreist (so wirkt es auf mich) egoistisch um sich selbst, um seinen eigenen Vorteil, aber Liebe – Selbstliebe – kann das irgendwie nicht sein. Denn wüsste er, was Liebe bedeutet, könnte er auch mit seinen Mitmenschen freundlich umgehen.
Wohl ein einsamer Mann. Warum ? Weil man durch solches Verhalten einsam wird. Es wird nicht das erste Mal sein, dass er aneckt. Man kann wohl zu Recht vermuten: ein sicherlich sehr einsamer, egozentrischer Mann. Ein Mann, der sein Wohl und das seines Tieres über das Wohl anderer Menschen stellt. Ein Mann, der sich vielleicht seine eigene Privathölle schafft: die der Isolation.
Ja, denn das heißt wohl auch der Begriff Hölle: nur noch um sich selbst kreisen. Nichts von der Umwelt mitbekommen, nicht spüren können, dass es einen Gott gibt, der einen erlösen kann: aus der Egozentrizität.
Armer Mann. Unangenehmer Mann. Ein Verhalten gegen die Gemeinschaft. Wohl einer, der in seiner Privathölle lebt. Wäre Liebe in ihm, würde sie ausstrahlen, so möchte man meinen. Ist aber Leere in ihm oder ist er sich selbst sein Gott – dreht er sich also nur um sich selbst – , dann würde wohl niemand mit ihm tauschen wollen.
Unwillkürlich muss ich an Sartre denken: „Die Hölle, das sind die anderen“. Lesen Sie > hier.
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Also Marc, bei aller Liebe, aber das finde ich ja nicht grad die feine englische Art. Ich stimme Dir zu, dass der Typ sich so ziemlich asozial verhalten hat, aber ihn so im Internet an den Pranger zu stellen – mit Foto, extragroß – ist ziemlich daneben. Ganz abgesehen davon, dass Du Dich hier auf rechtlich gesehen sehr dünnes Eis begibst – Recht am eigenen Bild, Schutz der Persönlichkeitsrechte usw.
What would Jesus do? Sicher nicht die Sünde eines Einzelnen vor anderen ausbreiten und verurteilen, sondern eher im Gespräch unter vier Augen versuchen, sein Herz anzurühren…
Ich würde Dir raten, das Bild möglichst rasch wieder rauszunehmen, wenigstens das große. Zivilcourage sieht für mich ganz anders aus…
Werde überlegen, das Bild unkenntlicher zu machen, evtl einen Balken über die Augen. Danke für den Kommentar.
Habe Deine Tipps beherzigt, das Bild unkenntlich gemacht, das große entfernt und den Artikel objektiver gestaltet.
Ich glaube, das Verhalten der Muslima hast du etwas falsch interpretiert. Es war ihr wahrscheinlich unangenehm, den Hund zu berühren. Denn der Hund ist ein unreines Tier und wenn ein Moslem mit ihm in Berührung kommt, muss er anschließend die „große Waschung“ durchführen.
http://books.google.de/books?id=jIyEYItV95AC&pg=PA288&lpg=PA288&source=bl&ots=LYHOYnctAZ&sig=VWVaxYDjHgOnEKdqxNhbAMAP7M4&hl=de&ei=G2w6SraoG87J_gb24_2nCw&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=2
Mag sein. Sie hat sich aber sehr erschreckt, so wie ich es gesehen habe.
Habe die Vermutung von mir entfernt, war zu subjektiv.
Tja – so sieht sie aus die sog. Zivilcourage der Gutmenschen.
Erst keine Eier in der Hose, und dann strafrechtlich bedenklich im Internet aus sicherer Entfernung nachtreten….
Beim Fußball gibt es für soetwas die rote Karte !
Aus christlicher Sicht entspricht dieses Vorgehen ganz und gar nicht dem Vorbild des Heilandes – ganz im Gegenteil. Es erinnert an mehrere Geschichten der Pharisäer !
„Ich danke Dir Gott, das ich nicht so bin wie jender dort….“
Als Theologe solltest Du die Stelle weidererkennne oder wenigstens finden können.
Wem hast Du – oder wem hilfts Du denn mit Deiner Denunzianten Tour hier auf Deinem Blog ??
Dem Hund ?
Der Muslima ?
Dem Opa ?
Dir selbst ?
Dem Klima in der U Bahn ?
Sollest Du eine der Fragen mit JA beantworten, kann es mit Deiner Fähigkeit zur selbstkritischen Refelktion nicht weit her sein.
Deine „Zivilcourage“ war für´n Arsch – und als christliches Vorbild war´s wohl auch ein Schuss in den Ofen bzw ein Griff ins Klo !
Tolle Leistung !!
Grüße
Kurt
Hat sich Kurt da auch etwas im Ton vergriffen, „Eier in der Hose…“ ?
Meine Güte ! „Eier in der Hose“ ist die etwas vulgäre Beschreibung / Umschreibung für „kein Rückgrat haben“.
Wusste ja nicht das Du so sensibel bist
„Kein Rückgrat habe“ ist ebenfalls beleidigend. Entspricht auch nicht den Tatsachen.
Man könnte sich auch mal entschuldigen, anstatt mir den Schwarzen Peter zuzuschieben.
Tja – das sehe ich dann wohl anders. Ich meine, ich kann schon verstehen das Du Dich beleidigt fühlst … kaum einer steht auf negatives Feedback
Aber aus meiner Sicht ist die Situation so, dass Du Dich über etwas geärgert hast ( das Verhalten des Hundebesitzers ).
Dein Gefühl für Gerechtigkeit und Anstand wurde verletzt. Aber Du bist / warst in einer Zwickmühle : Du wolltest die Situation nicht so hinnehmen wie sie war, aber Du hattest auch Angst vor einer Eskalation. Und wahrscheinlich wolltest Du als Lehrer und Christ natürlich auch noch im Rahmen Deines Gutmenschen-Weltbildes handeln.
„Wer Gerechtigkeit will, muß etwas gegen Unrecht tun ! “
Das was Du gemacht hast, hat niemanden etwas gebracht ! Du hast etwas gefordert, warst aber nicht willens es auch durch zu setzten ! Fertig. Und deshalb bin ich der Meinung das es Dir an Rückgrat mangelt. Das Handicap der Gutmenschen. Etwas Gutes wollen, aber nicht bereit sein es durchzusetzen.
ERinnert z.B. an die Blauhelme in Bosnien. Leute schützen wollen, und dann zusehen wenn sie doch ermordet werden… schließlich durfte die Sache ja nicht eskalieren …
Die Frage ist : Was sind mir meine Werte wert ?!?!
Abschließend dazu noch ein Zitat von Josef Joffe :
Grüße
Kurt
Hallo Kurt,
Deine Annahmen sind falsch.
Es fehlt nicht an Rückgrat, weil ich die Sache weiterhin so sehe und auch vertrete. Ich möchte aber nicht die Persönlichkeit dieses Menschen verletzen, weil das nicht nötig ist. Insofern lerne ich aus meinen Fehlern.
Tust Du das auch ?
Die Sache – die Thematisierung als Artikel – bringt eine ganze Menge. Das Nachdenken über Dinge verändert Sichtweisen – letztlich die Welt im Kleinen.
Ich für meinen Teil habe weder gekniffen, was Du mir unterstellen willst, noch bin ich unbelehrbar.
Bist Du denn imstande, einzusehen, wenn Du mal danebengegriffen hast ? Dann wäre eine Entschuldigung für Deine Kraftausdrücke angebracht.
Entschuldige Marc, das ich Deine empfinsame Seele mit Kraftausdrück wie „Eier“ belastet habe. Ich hoffe, dass Du jetzt wieder ruhig schlafen kannst.
Beim Rest sind wir halt ( mal wieder ) unterschiedlicher Ansichten. Gut – Du meinst, Du hast nicht gekniffen. Ich sehe das anders. Meiner Meinung nach hättest Du entweder den Mund halten sollen – oder halt durchsetzen das er den Köter da weg nimmt. Aber dieser halbgare Kram ( ist das auch beleidigend ? ) taugt doch für nix !
Grüße
Kurt
Kurt, Du hast meine „empfindsame Seele“ nicht mit dem Ausdruck „Eier“ belastet, sondern durch die Beleidigung, ich hätte kein Rückgrat.
Es ist nett, dass Du Dich entschuldigst, aber es wäre besser, wenn Du in eine Entschuldigung nicht gleich implizit wieder irgendwelche Unterstellungen hineinpackst, wie „empfindsame Seele“ oder „belastet“. So empfindsam bin ich nicht, belastet hat es mich auch nicht so sonderlich. Aber gut, danke.
Das ist natürlich eine Überlegung, es so hinzubekommen, dass er den Köter dort wegnimmt. Wäre natürlich eine gute Sache.
Ich hatte den Eindruck, es wird dann eskalieren. Das hielt ich für die Sache nicht angemessen. Bei anderen Dingen würde ich vielleicht nicht so leicht ablassen, bei Dingen, wo es um etwas geht. Hier aber ging es nicht um viel. Es ging darum, dass dort jemand rücksichtslos ist, aber niemand hatte einen sonderlich großen Schaden. Deshalb erschien es mir sinnvoller, die Verhältnisse abzuwägen. Und die hätten eine andere Reaktion womöglich nicht erfordert.
Man hätte sich natürlich auch prügeln können und seine Position durchsetzen, so wie Du es rätst. Dabei hätte der Rentner den kürzeren gezogen. Aber sorry, gegen Schwächere zu kämpfen halte ich für unmoralisch. Außerdem bin ich der Meinung, dass solche Dinge mit Worten ausgetragen werden müssen, nicht mit Gewalt. Ist nicht mein Stil.
Tja, wann ist was angemessen. Das ist selbstverständich
Ermessenssache. Das Problem ist meiner Meinung nach einfach das, dass man besser nichts fordert, was man auch bereit ist durchzusetzen.
Wenn man wie Du etwas fordert, auch noch wehement, und dann wieder einen Rückzieher macht, dann ist das einzige was passiert, dass der Hundebesitzer bei einer neuen Begebenheit noch verbockter reagiert. Er kann dann einfach davon ausgehen, dass sich eh keiner wirklich kümmert.
Du bist doch Lehrer. Ich kenne ja nun Deine evt. vorhandenen pädagogischen Fähigkeiten nicht. Aber vieleicht kommt Dir ja oben genanntes etwas bekannt vor.
Denn dieses Problem haben wir in der Erziehung, in der Justiz, in der Politik… es ist ein globales Problem !
Wenn man sich aber nun weiter anschaut was Du so schreibst, dann kommen einem doch gleich erhebliche Zweifel an Deinen Fähigkeiten als Lehrer.
Das fängt schon beim sinnentnehmenden Lesen an. Nirgendwo habe ich gefordert, dass man sich prügeln soll. Dafür das Du so dunnhäutig im Umgang mit vokabular bist, zeigst Du doch eine recht große Toleranz beim Umgang mit der Wahrheit.
Was danach noch an Äußerungen kommt ist ebnso peinlich wie bezeichnend : …gegen Schwächere kämpfe ich nicht… bla.
Und noch mal richitg interessant wird es am Schluss. Da stellst Du die Behauptung auf, Worte wären die Alternative zu Gewalt. Wobei Du wie so viele sooft übersiehst das Worte durchaus auch Gewalt transportieren. Worte schlagen oft tiefere und nachhaltigere Wunden als jede Prügelei. Nasenbluten hört schnell wieder auf, aber Beschimpfunegn und Beleidigungen, verbale Verachtung u.s.w. soetwas kann Menschen für ihr Leben schädigen.
Was willst Du dem Alten denn auch sagen. Wie sähe denn aus heutiger Sicht Deine Strategie aus ? „Könnten Sie bitte Platzmachen ? “ – NEIN. „Ich möchte sie darauf aufmerksam machen….“ NEIN. „ES wäre doch viel vernünftiger….“ NEIN „Jetzt seine sie doch nicht so stur“ NEIN. „Darf ich mich zu ihnen setzen ?“ NEIN
WAS willst Du denn mit Worten erreichen ? Einsicht ?
Die Ergebnisse der PISA Studie wundern MICH NICHT – bei so Lehrern !
Grüße
Kurt
@ Kurt
Ich zitiere Dich:
Interessant, Kurt, was Du schreibst. Ich führe Dir mal Deine Beleidigungen und Unterstellungen auf, die Du in Deinem jetzigen Kommentar mir gegenüber geschrieben hast:
Unseriös und unhöflich, was Du mir gegenüber behauptest, zumal Du mir „sinnentnehmendes Lesen“ unterstellst. Was aber macht Kurt bitte ? Mindestens genau dasselbe.
Weitere Unterstellungen von Dir:
Vollkommen fehlinterpretiert folgendes:
Ja, das behaupte ich tatsächlich. Habermas mit seiner Diskursethik übrigens auch, falls Dir ein Begriff ist. Sonst mach Dich mal kundig.
Dann folgt eine Annahme von Dir, eine Unterstellung:
Das übersehe ich nicht. Es ist eine Annahme von Dir, dass ich das tun würde. So, wie Du mich hier beleidigst – und zwar in fast jedem Kommentar – kann man Dir unterstellen, dass Du es möglicherweise übersiehst.
Sofern Du mich nun nicht gleich wieder als „dünnhäutig“ darstellen willst.
Was für mich auch sehr unnachvollziehbar ist, ist Deine Schlussargumentation:
Wenn ich Dich hier richtig verstehe, wären Deine Handlungsalternativen diese beiden:
- entweder gar nichts sagen.
- oder die Sache klären.
Letzteres ging nicht ohne Eskalation.
Erstere Alternative ist schlecht. Wer nichts sagt, stimmt zu.
Worte haben eine Wirkung. Man sollte in solchen Situationen etwas sagen, auch, wenn sich damit momentan vielleicht nichts ändert.
Mittel- oder langfristig aber kann sich etwas ändern.
(was nicht der Fall ist, wenn man nichts sagt).
So, ich habe jetzt Wochenende und bin erstmal nicht mehr im Netz.
Gruss.
DAS behauptest DU ! Vieleicht mangelt es Dir ja auch noch an Kreativität ?!?!
Ach, Kurt.
Ach Marc.
Und Kurt, ja: es hilft dem Klima in der Ubahn. Und es hilft dem Miteinandern von Menschen, wenn man einmal klar stellt, dass solch ein Verhalten nicht in Ordnung ist.
So Kurt. Habe den Artikel überarbeitet. Nun ist es ein Bericht.
Dann folgt ein zweiter Teil mit einer Interpretation dieses Verhaltens.
Aus meiner Sicht ist das nicht zu beanstanden.
Du hast Dich aber definitiv im Ton vergriffen. Ich denke, Du solltest das auch korrigieren.
Zum Thema:
Ich glaube nicht, dass Jesus einen Artikel im Internet über so einen Mann schreiben würde. Ich frage mich auch oft, wie man sich gegen Leute wehren kann, die sich so rücksichtslos verhalten. Aber ich glaube, wenn man Jesus nachfolgen will, dann muss man die Ungerechtigkeit einfach erdulden. Und das kann manchmal ziemlich schmerzhaft sein.
Jesus hat ziemlich aufgemischt – drum wurde er schließlich hingerichtet. Er sagte: wenn Dir einer auf die linke Wange haut, halte ihm die rechte auch hin.
Auf die rechte Wange schlug man aber Freie (auf die andere Sklaven). Das bedeutete: wenn man so jemanden noch einmal schlägt, dann wertet man ihn damit automatisch auf, indem man ihn wie einen Freien behandelt. Durchaus Zündstoff.
Satz 1 des Kommentars von mir hat allerdings nichts mit den restlichen sätzen dieses Kommentars zu tun.
Man kann andere beschämen, indem man freundlich zu ihnen ist und ihnen Gutes tut, obwohl sie einem feindlich gesinnt sind. Das ist natürlich auch eine Art, sich zur Wehr zu setzen bzw. Widerstand zu leisten. Aber es funktioniert nur, wenn man auch bereit ist, Unrecht über sich ergehen zu lassen. So habe ich das gemeint.
Was den konkreten Fall angeht, will ich kein Urteil abgeben, aber ich hatte den Eindruck, dass da zumindest teilweise die Rache das Motiv für diesen Artikel geliefert hat. Und das wäre natürlich nicht ‘jesusmäßig’.
Ne, Rache war es nicht. Aber ich war sehr geschockt darüber und dachte, man muss es thematisieren und jemandem zeigen, dass das so nicht in Ordnung ist, dass man so nicht mit Menschen umgehen kann – dass das letztlich auch nicht im Sinne Gottes sein kann, wenn man andere Menschen – auch Geschöpfe Gottes – so behandelt.
Was ihr einem unter meinen geringsten Brüdern getan habt, das habt ihr mir getan.
Stumm erleiden finde ich falsch. Ich denke, man muss deutlich machen, dass das nicht in Ordnung ist. Jesus hat auch nicht stumm erlitten, sondern eine gewaltige Bewegung ins Leben gerufen – durch die Macht des Wortes.
Was aber sicher aus dem Affekt heraus war, waren die Stellen, die ich nun überarbeitet bzw. gelöscht habe. Man sollte nicht schreiben, wenn man selber noch emotional bewegt ist. Aber ich habe es nachkorrigiert.
Ich will den Typen auch gar nicht „beschämen“, sondern einfach klar machen, dass so ein Umgang mit Mitmenschen nicht okay ist – und auch nicht im Sinne Gottes sein kann.
Aber eigentlich gehts nicht drum, aufzumischen.
Ich war sicher geschockt. Ich habe einiges im Artikel überarbeitet, einige subjektive Vermutungen entfernt.
Aber den Artikel an sich sollte ich doch stehen lassen, denke ich. Es ist schon sinnvoll, so ein Verhalten einmal zu thematisieren, denke ich.
ps: ich habe m.E. auch nicht gesagt, was denn Jesus machen würde, auch wenn ich die Frage stelle.
Ich führe das doppelte Liebesgebot und dessen Voraussetzung an. Daraus habe ich eine Theorie darüber, was mit diesem Mann los sein könnte, diese Theorie führe ich aus.
Ich sage aber nicht, was Jesus wohl tun würde. Ich weiß es nicht genau, was er tun würde.
Ich denke aber, dass es wichtig ist, solch ein Verhalten zu theatisieren, weil es exemplarisch für eine funktionierende oder eben nicht funktionierende Gesellschaft ist. Deswegen muss man darüber schreiben.
Alles, was diesen Mann kenntlich machen kann, habe ich entfernt. Es geht jetzt also eher um einen Prototypen von Mensch, der sich in gewisser Weise verhält. (aufgezogen an einem erlebten Beispiel. Aber es ist hier keine Diffamierung der Persönlichkeit – denn wer dieser Mann ist, ist nicht auszumachen. Weder aus dem Bild, noch aus der Beschreibung. Es ist in meinem Bericht ein anonymer Mann. Keine Adresse, keine weiteren Angaben. Anonym.).
ich lese erst jetzt den artikel. die kommentare dazu sind genauso spannend wie dieses thematisierte ereignis.
meine erste reaktion: ich habe solche und ähnliche situationen auch schon öfters erlebt – und meist blieb bei mir das gefühl der hilflosigkeit übrig. manchmal auch der angst vor übersteigerten reaktionen, gewalt…
aber ich sehe auch, dass dieser mann probleme hat. ihm zu zeigen, dass er isoliert ist – hmm, ob ihm das weiterhilft? irgendwann ist er ja zu dem geworden, was er ist. vielleicht ist ihm früher das gleiche auch mal passiert und deshalb schützt er sich schon mal vorab vor demütigungen, schafft sich seinen freiraum? man kann da viel spekulieren, wo die ursachen liegen.
jesus? der hat tiefer gesehen bei den menschen. von den symptomen zu den wirklichen ursachen. und dort angesetzt. wer wollte, konnte befreiung und heilung erleben.
ich hätte vielleicht versucht, mit ihm ins gespräch zu kommen. über das thema hund zum menschen…
oder hätte mich trotzdem hingesetzt und ihn nett gegrüsst.
aber sicher, ich wohne nicht in münchen.
vordergründig regen mich natürlich solche typen auch auf und mein gerechtigkeitssinn meldet sich. jawohl, ordnung schaffen. aber das löst den konflikt nicht wirklich. auch keine strafandrohung wie das mit der veröffentlichung.
andererseits diskutieren wir hier mal über das problem.
und somit wars den artikel allemal wert.
schalo (das heisst frieden…).
andy
Hinsetzen ging nicht, meine Füsse konnten ja nirgends hin, da war ja überall Hund (auch wenn ich keine Angst vor Hunden habe, aber es ging einfach nicht).
Mit ihm nett reden…das wäre vielleicht verblüffend für ihn gewesen, aber das konnte ich in dieser Situation nicht.
Strafandrohung, dass ich einen Artikel schreibe….kann man so sehen. Ich weiß nicht, ob ich das so gemeint habe, ich glaube nicht. Ich meine, mein Gedanke war gewesen, ihm deutlich zu machen: das Verhalten ist nicht in Ordnung, das Verhalten wird auch nicht einfach so hingenommen.
Vielleicht bin ich schon bischen zu sehr Lehrer, weil ich auf solche Dinge im Unterricht auch reagieren muss. Wenn man nicht reagiert, signalisiert man damit, dass es okay sein – mit der Konsequenz, dass gewisses schlechtes Verhalten zunimmt.
Man kann ebenso erwägen, dass der Autor dieses Artikels das Verhalten des Hundebesitzers subtil provoziert hat.
Sollte er In einer voll besetzten U Bahn bei ständig wechselnden Fahrgästen seinen Hund in den Mittelgang schieben?
Hier reibt sich einer weil er sich zu reiben sucht.
Er hätte den Hund vor die Fahrertür des Ubahnfahrers setzen können, wie das die meisten Leute tun.
Ob ich ihn provoziert habe ? Nicht dass ich wüßte. Dann hätten auch die anderen Fahrgäste ihn provoziert – die es vorzogen, lieber zu verschwinden – und nichts zu tun. Ach, nichts getan haben die Passanten übrigens auch, als in Solln neulich der Manager von 2 Jugendlichen zu Tode geprügelt wurde. Hältst Du das für besser ? Hier:http://theolounge.wordpress.com/2009/09/17/gedenkfeier-fur-opfer-in-solln-500-rosen-gegen-das-entsetzen/
Ich möchte nicht behaupten, dass der Hundebesitzer erleuchtet handelte.
Offensichtlich ist dem Autor dieses Artikels die Situation entglitten, sonst gäbe es diese Diskussion nicht.
Es ist schon eine Kunst die Situationen zu beherrschen.
Du hast einen Hundebesitzer mit Hund angetroffen.
Was hast Du daraus gemacht?
Wo hat es Dich hingeführt?
Hmm, ich denke nicht, dass die Situation entglitten ist. Es kam zu keinerlei Gewalt. Ich habe nur deutlich gemacht, dass das nicht okay ist, wie dieser Mensch handelt.
Ich hätte sicher auch völlig wegschauen können und das ignorieren. Aber wenn das jeder tut, ist die Welt auch nicht viel besser dran. Also sagen sollte man in solchen Fällen schon etwas, denke ich.