Konfirmanden im Kanton Zürich interessieren sich primär für Lebensfragen. Sie wollen mehr erfahren über «Gewalt und Kriminalität» oder «den Sinn des Lebens». Bei Glaubensthemen stehen «Jesus Christus» oder «andere Religionen» hoch im Kurs. Ein Gespräch mit Thomas Schlag, Professor für praktische Theologie, Universität Zürich, über die Resultate einer neuen Studie. > mehr.
foto: Prof.Dr.Thomas Schlag, Universität Zürich
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Zwei Zitate:
„Befragt zu den Erfahrungen nach Ablauf des einjährigen Konfirmationsunterrichts, geben lediglich 29 Prozent an, dass sie «im Glauben an Gott gestärkt» wurden.“
„Die Einstellungen zum Glauben verändern sich während der Konfirmandenzeit kaum. Wer vorher glaubt (30 Prozent), die Welt sei von Gott erschaffen oder es gäbe ein Leben nach dem Tod (50 und 53 Prozent), tut das auch nachher. Was bleibt hängen?“
Ich war auch einmal Konfirmand. Hätte man mich damals gefragt, ob ich in meinem Glauben gestärkt worden sei (o.ä.), hätte ich auch mit der grossen Mehrheit mit „nein“ geantwortet. Es wäre gut gewesen, die Konfirmanden auch nach dem „Warum“ zu fragen. In meinem Fall lag es ganz offensichtlich daran, dass der Pfarrer selber nicht „stark“ war im Glauben! Was man selber nicht hat, kann man auch nicht vermitteln. HIER müsste eine Erneuerung des Konfirmandenunterrichts – und der Kirche überhaupt – ansetzen.
Später in meinem Leben bin ich dann doch noch in meinem Glauben gestärkt worden, bzw. überhaupt dazu gekommen.
Das lag einerseits daran, dass ich einige glaubwürdige Christen kennenlernte (keine Pfarrer oder Prediger!!); und andererseits daran, dass Gott selber es wohl irgendwie „auf mich abgesehen hatte“. Die Wandlung, die mit mir in jener Zeit geschah, hätte niemand „machen“ können – erst recht nicht im Rahmen eines schulmässigen „Unterrichts“. Wer von den Kirchenleitern hat als erster den Mut, die Kontrolle aus der Hand zu geben und Gott selber wieder ranzulassen?