Christenheit, quo vadis ? Von Einheit kann man hier nicht sprechen, wenn man sich den neuesten Eklat ansieht: die russische orthodoxe Kirche beendet den Dialog mit der evangelischen Kirche, weil eine Frau, noch dazu – pfui, wie schrecklich – eine geschiedene, nun an der Spitze der EKD steht.
Wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein, so kommt es einem in den Sinn. Jesus sprach so und hielt den Mob davon ab, eine Ehebrecherin zu steinigen. Er sprach auch aus, dass man seinen Nächsten lieben solle, wie sich selbst – Voraussetzung: man liebt sich selbst.
Was die russischen Orthodoxen nun anzetteln, ist gewissermaßen ein Anachronismus, der nicht mehr so recht in das europäische Verständnis von Gesellschaft und Menschenrechten passen mag. Eine Frau, die auf allen Ebenen qualifiziert sein mag, eine Kirche gut zu leiten, soll dies nicht tun, weil sie – oder ihr Mann, oder beide – in ihrer Ehe scheiterten.
War es nicht Jesus, der sich in spezieller Weise gerade den Menschen zuwandte, die irgendwo scheiterten ? War es nicht Gott, der sich in Jesus schwach zeigte, so schwach, dass er selbst gleichermaßen am Kreuz starb und die größte Gottverlassenheit miterlebte ?
Wenn die orthodoxe russische Kirche nun den Dialog aus oben genannten Gründen abbricht, so mag man sich fragen: welches Verständnis von Christentum hat sie bloß ?
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Kann es sein, dass die evangelische Kirche dabei ist, wieder Profil zu entwickeln, sich zunehmend auf ihre Wurzeln besinnt? Und das dies mit Argwohn betrachtet wird?
Ich muss sagen, ich bin richtig froh. Weil die evangelische Kirche an der Spitze niemanden braucht, der alles besser macht, sondern der den Menschen die Botschaft Jesus Christi vermittelt (mal abgesehen von den vielen anderen Aufgaben).
Und ich glaube, da ist sie die Rchtige.
PS: Übrigens vielen Dank für die Artikel – ich habe ja das alles kaum mitgekriegt, weil ich noch nicht sooo lange christliche Artikel lese….
AMEN dazu Bruder
Ich habe den gleichen Eindruck.