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theologie – gesellschaft – ethik

Und dann bastelt sich jeder seine Religion…

Eigentlich dachte ich ja immer, dass ich die “Hauptgeschichten” in der Bibel kenne. Aber denkste, denn kürzlich wurde ich eines anderen belehrt…

Das Buch der Richter ist eher eine düstere Lektüre, weil die Geschichte(n) immer nach demselben Schema verlaufen:

  • Das Volk Israel macht, was es will.
  • Sie hören nicht auf Gottes Grundsätze und Hinweise.
  • Gott lässt sie Schweres erleben, will sie aufrütteln.
  • Sie fangen an, um Hilfe zu rufen.
  • Gott schickt einen Retter, Richter, der sie aus dem Schlamassel herausführt.
  • Alles wird gut.
  • Dann fängt wieder alles von vorne an…
  • weiter geht es hier… Foto: A. Meissner

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    Über andy55

    Jahrgang 55 -- über drei Jahrzehnte Ehetraining:-), aber immer noch am Lernen! -- wohnhaft im Südschwarzwald -- leeres Nest, da die fünf Kinder schon ausgeflogen sind -- dafür inzwischen drei süsse enkelkinder -- Dipl.ing. und Christ – immer wieder überrascht von Gottes Originalität und Ideenreichtum -- nie Langweile, weil es mit Gott immer spannend ist -- schreibe und fotografiere gern... -- mehr auf Anfrage:-)

    59 Kommentare zu „Und dann bastelt sich jeder seine Religion…

    1. philgeland
      9. Februar 2010

      @Khalid
      Das mit dem “irdischen Kreislauf” ist ein guter Punkt.
      Nicht nur, weil jegliches “Leben” ein “Versuch” ist, sondern auch,
      weil die Gut-Böse (Himmel-Hölle)-Theorie gewisser Dogmatiker bei
      diesem Gedanken an Wirkung verliert.
      So wie ich weiss, wurde Reinkarnatiion erst zum “roten Tuch”,
      als das Urchristentum vom römischen Staat “assimiliert” wurde.

    2. theolounge
      9. Februar 2010

      @Rheinländer

      Zur Zunahme von psychischen Krankheiten: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,496014,00.html

      Möglicherweise nahmen sie gar nicht zu, sondern wurden nur früher nicht registriert, wie Sie sagen. Möglicherweise nehmen sie aber auch zu – dieser Sicht würde ich mich anschließen.

      Wir leben in einer pluralen Gesellschaft. Ich möchte gewiss niemandem diese Errungenschaften nehmen.

      Allerdings sind Glaube und moderne Gesellschaft nicht zwangsläufig ein Gegensatz.
      http://www.ekd.de/aktuell/061031_huber_faz.html

    3. Rheinlaender
      9. Februar 2010

      In dem Spiegel-Artikel geht es um die Zunahme von Erkrankungen durch den hoeheren Leistungsdruck in der modernen Arbeitswelt – das ist aber “andere Baustelle”.

      Ich denke schon, dass hier Loesungen gefunden werden muessen.

      Nun, dass die EKD versucht hier Felle zu retten ist nicht weiter verwunderlich, dass sie sich hier auf Bendikt XVI bezieht auch nicht weniger wunderlich: Beide Kirchen haben hier das gleiche Problem. Der Bezug auf Bendikt XVI ist insofern interessant, dass es dieser Papst war, der in seiner Encylika “Spe salvi” die Bacon’sche Methode ausdruecklich ablehnte.

      Diese Methode ist aber die Grundlage unser Gesellschaft. Die wirklich Wichtigen sind nicht die Merkels, Obamas, Browns oder Putins; die wirklich Wichtigen fuer das Ueberleben unser Gesellschaften sind die Nobelpreistraege fuer Physik, Chemie, und deren Kollegen. Diese folgen, berufsbedingt, der wissenschaftlichen-empirischen Methode.

      Als vor einigen Jahren ein US-Fernsehprediger meinte, dass die Atheisten doch die USA verlassen sollte, wurde eine Liste veroeffentlich von prominenten US-Atheisten: Die USA haetten damit fast ihre gesamte wissenschaftliche Elite auf einem Schlag verloren, einschliesslich eines ganzen Schocks Nobelpreistraegern.

    4. philgeland
      11. Februar 2010

      Die wirklich wichtigen für das Überleben unserer Zivilisation sind Menschen, die sich ihrer Individualität bewusst sind und dies auch in Worten sondern auch in Taten vorleben. Die begreifen, dass ihre eigene Individualität auch sehr konkret etwas mit den “Anderen” zu tun hat. Und das können alle möglichen Leute sein.

    5. philgeland
      11. Februar 2010

      P. S.
      Noch was zu diesem Ignoranten, dem Fernsehprediger:
      Sollten wirklich alle Atheisten eines Tages die USA verlassen (vor allem diejenigen, die sich bis dato aus Angst vor sozialen Nachteilen nicht geoutet haben), dann wird’s ganz schön leer da drüben.

    6. theolounge
      11. Februar 2010

      @Rheinländer

      Lesen Sie doch mal folgende Bekenntnisse von hochrangigen Naturwissenschaftleren, die allesamt einen Gottesbezug herstellen:

      http://gott.es/bekenntnisse.htm

    7. Rheinlaender
      12. Februar 2010

      @theolounge

      Aufgefallen, dass der einzige Wissenschaftler aus der 2. Haelfte des 20. Jhrhtds. Stephen Hawking ist?

      Ein Wort zu Einstein: Ueber Einsteins religoese Ueberzeugung ist viel geschrieben worde: Bei allem was ich weiss, scheint seine Vorstellung von Gott der des Baruch Spinoza zu entsprechen: Nur hat dieser Gott Spinozas kaum den Namen mit dem persoenlichen Gott des Christentums gemein.

      Im Uebrigen: Ein Argument, dass jener oder dieser grosse Wissenschaftler an Gott glaube ist kaum stichhaltig fuer einen Gottesbeweis.

    8. Rheinlaender
      12. Februar 2010

      @philgeland

      Das was unsere Gesellschaft von allen bisherigen Gesellschaften unterscheidet, ist die konsequente Anwendung der Wissenschaftlichen Methode und die Umsetzung derer Erkenntnisse in Technologie. Diese Methode schafft Produktivkraefte, die fruehren Generationen wohl nur als “Magie” vorstellbar gewesen waeren. Wir haben damit aber auch angefangen einen “Tiger zu reiten”, der immer immer schneller rennt. Wenn ich z.B. einen Gross-Computer aus dem 1970ern mit der Run-Of-the-Mill-Kiste vergleiche auf dem ich das schreibe, so ist meine Kiste um Kategorien leistungsfaehiger.

      Gesellschaften folgen aber in ihren Strukturen ihrer technologischen Grundlage. Die Folge, dass wir mit mit jedem immer schneller folgenden Inovationsschritt neue gesellschaftliche Rahmenbedingen haben, aber auch neue Problem, deren Loesung wiederum in neuen Innvovationsschritten liegt.

      Wir haben damit das Ueberleben unser Zivilisation unmittelbar vom technischen Fortschritt und der naturwissenschaftlichen Forschung abhaenig gemacht.

      Ob es uns gefaellt oder nicht: Die permanente soziale, wissenschaftliche und technologische Revolution ist Basis unser Gesellschaft. Es ist eine dialektische Aussage reinster Natur: “Stabilitaet durch Revolution”.

      Deshalb meine Aussage bezueglich der “wirklich Wichtigen fuer das Ueberleben unser Gesellschaften”.

    9. philgeland
      27. Februar 2010

      Was für eine interessante Ansammlung von Kommentaren.
      Sie lesen sich so, als würde man einer Kette von Domino-Steinen zusehen,
      wie sie nacheinander umfallen. Eine faszinierende, argumentative
      Kettenreaktion, bei der es Nebensache zu sein scheint, ob der eine “Stein”
      für die Argumente des anderen wirklich zugänglich ist. Das ist hier unwesentlich
      und schmälert die “Reaktion”, also die Qualität der Kommentare nicht.
      Nicht schlecht, der Specht.

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