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Tote verabschieden sich von uns

So geschehen in der Nacht von Freitag auf Samstag. Mein Onkel ist in dieser Nacht gestorben. Und irgendwie hat er sich noch mitgeteilt, obwohl er mehrere hundert Kilometer entfernt war.

Wir gingen um kurz vor 1 ins Bett. Beziehungsweise meine Freundin. Ich selbst brauchte etwas länger und kam so gegen halb 2. Ich wusste, dass mein Onkel, der schon über 70 ist, im Krankenhaus lag und bald sterben würde. Ich hatte vorher meine Mutter dazu gehört. Lungenkrebs, und das Herz war nicht mehr gut, Wasser lief immer in die Lunge. Zudem waren noch zwei Wirbel so morsch mittlerweile, dass sie sich in einander verschoben hatten. Sitzen war da auch nicht mehr wirklich drin.

Nun, ich hatte nicht erwartet, dass es so schnell gehen würde. Mein Onkel Ulrich war eigentlich immer recht rüstig, aber seit dieser Erkrankung ging es schnell bergab. Früher war er lange Zeit bei der Bundeswehr tätig gewesen – nachdem er aus seiner mehrjährigen Kriegsgefangenschaft aus Sibierien wieder daheim war. Er lebte lange in Köln, aber die letzten gut 15 Jahre in einem kleinen Haus an der Ostsee.

Ich hatte also letzten Freitag von meiner Mutter gehört, dass es nun nicht mehr sehr gut um ihn steht. Und dass er recht Angst vor dem Sterben hatte. Es würde sich wohl um ein paar Tage leider nur noch handeln. Meine Cousine – seine Tochter – hatte viel mit ihm gebetet, obwohl ihm Gott irgendwo etwas fremd war, und auch der Glaube. Aber wie kann man es ihm verdenken – er hatte es in der Jugend einfach nicht mitbekommen. Er wusste einfach zu wenig davon. Aber ich denke, das wird ihm nicht zum Übel gereicht haben. Nein, kann ich mir nicht vorstellen.

Nun, ich ging also um halb 2 ins Bett. Und lag noch längere Zeit wach. Ließ den Tag und die Woche revue passieren. Anstrengende Examenswoche vorbei. Ich war schon etwas ausgelaugt, kann man nicht anders sagen. Aber wir hatten uns den Tag über ausgeruht, und irgendwie konnte ich mich auch wieder entspannen mittlerweile.

Und dann hörte ich dieses Knarzen und Knarren vom Fußboden her. Wir schlafen auf einem Hochbett. Die Geräusche kamen von unten. So, als ob jemand übers Parkett geht. Es kam immer wieder. Nicht ein oder zweimal; sondern so, wie wenn jemand dort leise herumgeht. Ich war irgendwie zu müde, um mich umzusehen, obwohl ich mir dachte, ich sollte es tun. Nun, gesehen hätte ich wohl nichts. Aber irgendwie hatte ich das Gefühl, da ist noch jemand im Raum. Ich dachte an meinen Onkel. Hatte mehrfach für ihn gebetet an diesem Freitag. Ich dachte, das könnte jetzt er sein. Dachte mir weiter, dass man soetwas wohl immer denkt in solchen Situationen. Dachte mir, ich merk mir einfach mal die Uhrzeit. Und es würde nichts sein, das wäre zu absurd. Drehte mich nicht um, versuchte zu schlafen, und hörte dieses Knarzen, wie von Schritten. Leise, aber immer wieder vorhanden.

Nächster Morgen. Frühstück. Mittags dann: ich rufe meine Mutter an. Mein Onkel war diese Nacht gestorben. Um viertel vor 2. Uff. Ich sagte meiner Mutter erstmal nichts von dem, was ich gehört hatte. Erst abends meiner Cousine. Bis dahin erzählte es ich meiner Freundin. Sie meinte: der Schrank ist es. Der knarzt ab und an. Es macht dann „Tock-tock“ – so in die Richtung.

Ich überlegte mir das. Nein, mir fiel auch dieses Geräusch vom Schrank wieder ein. Das ist dann punktuell, einmal am Abend höchstens. Ein Knacken, und das wars dann. Nein, das war es nicht. Und dann die Bewohner oben drüber: nein, die hört man nur, wenn sie Möbel verrutschen. Aber man hört kein Gehen auf dem Fußboden, zumindest kein Knarzen vom Parkett. Die Nachbarn ebenfalls nicht.

Am Freitag begann langsam dieser Sturm. Aber hier in München erst ab den Morgenstunden. Also so ab Samstag 9 Uhr etwa. Nein, das war es auch nicht. Und auch, als der Sturm dann mittags doch recht wehte, knarzte in der Wohnung nichts. Gar nichts. Die Fenster sind dicht.

Ich habe das die beiden letzten Nächte noch einmal genau ausgetestet: es knarzt nichts in dieser Wohnung. Es ist einfach ruhig. Man hört ein paar Autos vorbeifahren, aber es knarzt nichts, zumindest nicht dauerhaft. Vielleicht das Parkett ein – zwei Mal. Aber das wars dann.

Das war ein interessantes Erlebnis. Ich bin der Meinung, mein Onkel hat sich von mir verabschiedet. Das Ganze wird noch etwas interessanter. Ich rief Samstag abend gegen 6 meine Cousine in Klüz an, wo mein Onkel gewohnt hatte. Ein paar Minuten (ich meine ein paar Minuten (!)) vorher rief ein alter Bekannter meines Onkels an. Es war der, bei dem mein Onkel gelernt hatte, vor dem Krieg. Irgendeine Ausbildung.

Die beiden hatten sporadisch Kontakt, so alle 1-2 Monate. Gestern rief also dieser Bekannte meines Onkels bei ihm an. Er erzählte meiner Cousine, dass er mitten in der Nacht mehrfach aufgewacht sei und von Onkel Ulrich geträumt habe. Er sagte zu seiner Frau, er müsse ihn ungedingt anrufen. Und das tat er dann auch. Er fragte also meine Cousine, wie es Onkel Ulrich gehe. Sie antwortete, er sei diese Nacht gestorben. Das war zuviel für den Bekannten meines Onkels. Er konnte nur noch sagen, dass es ihm zuviel sei und dass er jetzt erstmal auflegen müsse.

Warum ich das Ganze schreibe ? Weil ich so etwas bisher nur aus Erzählungen kannte. Und diese Dinge nicht so richtig einzuordnen wusste. Ich dachte mir, es seien Einbildungen. Sind es aber offensichtlich nicht.

Mir fallen ähnliche Berichte ein. Mein Opa mütterlicherseits war gestorben, bestimmt 40 Jahre her. Meine Mutter und mein Vater hörten ihn ins Bad gehen – während sie im anderen Zimmer noch schliefen.

Meine Cousine erzählte mir am Samstag vom Tod ihrer Mutter, also der Frau von Onkel Ulrich. Es ist ca. 15 Jahre her. Sie war gestorben. Meine Cousine lag danach in ihrem Bett und wurde plötzlich aufgeweckt. Jemand oder etwas hatte dreimal laut an den Rolladen geschlagen. Meine Cousine fuhr aus dem Bett hoch und ging ans Fenster. Nichts. Kein Wind, kein gar nichts. Meine Cousine war der Meinung, ihre Mutter habe sich von ihr verabschiedet.

Ich denke auch an diese Geschichte von meiner Tante Liesbeth. (Wer heißt schon Liesbeth muss ich mich immer fragen ?). Nun ja, sie hieß so. Als sie starb, sprang im Flur eine Kachel ab. Zufall ? In diesem Fall: ja, vielleicht. In den vorhergehenden: vielleicht, ich denke aber eher nicht.

Und dann an diesem Samstag erzählte mir meine Freundin auch noch etwas. Die Geschichten von meinen Eltern und so: nun ja, vielleicht kennen Sie das ja. Es sind so Geschichten, man hört sie, und eigentlich glaubt man das Ganze nicht so recht.

Meiner Freundin glaube ich aber. Wir haben irgendwie ein ähnliches Alter, eine ähnliche Sicht der Dinge. Sie erzählte mir von einem guten Bekannten ihrer Familie und auch von ihr. Er war schon älter, so an die 50. Und war Zahnarzt. Er hatte ihr einen Zahn repariert. Und ebenjener Zahn schmerzte in ebenjener Nacht, in der dieser Zahnarzt starb. Danach nichts mehr, kein Schmerz mehr seitdem. Und vorher auch kein Schmerz. Meine Freundin interpretierte es nun in eine ähnliche Richtung, wie ich oben.

Warum schreibe ich das ? Weil mir irgendwie klar geworden ist, dass es irgendwie doch mehr zwischen Himmel und Erde gibt, als wir es so denken. Ich habe zwar meinen Glauben an Gott, und ich schreibe hier öfters Artikel. Ich gehe davon aus, dass Gott real ist.

Aber solch ein Erlebnis hatte ich nicht für möglich gehalten. Gehört schon öfters. Aber nicht wirklich gedacht, dass ich dahinter mal mehr sehen würde, als Geschichten. Das hat sich geändert seit Freitag Nacht um viertel vor 2.

Wenn Sie dies nun lesen, dann kann dieser Text polarisieren. Es wird verschiedene Gruppierungen geben: die einen wissen, wovon ich rede. Die anderen halten es für Geschichtchen. Die dritten lehnen es als Spinnerei ab.

Ich habe es trotzdem geschrieben. Weil ich mich eigentlich für weltoffen halte. Aber weil ich nicht dachte, dass es so etwas geben könnte. Ist es nur ein psychologischer Trick ? Ich glaube nicht. Ich war zwar von dieser Arbeitswoche noch angespannt, aber beileibe nicht so angespannt. Die Tage vorher war ich doch wesentlich angespannter.

Bin ich gar eingeschlafen ? Nein. Ich bin nicht einer der Menschen, der einfach mal so schnell einschläft. Und ich bin noch niemals – ich betone: niemals (!) – bei einem Buch beispielsweise eingeschlafen. Ich lege das Buch weg – und dann erst schlafe ich. Nein, ich war wach, als ich diese Geräusche hörte. Und ich hörte sie über längere Zeit, einige Minuten.

Wenn Sie ähnliches kennen: vielleicht schreiben Sie es als Kommentar. Ich glaube, es hätte seinen Platz hier.

Lesen Sie auch:

> Nahtoderfahrungen
> Wenn einer geht…
> Hier werden Sie gestorben !
> Suizid ? – auf Signale achten ! (VIDEO)

Bild:  Aaron Michael Brown , flickr.com

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48 Kommentare zu “Tote verabschieden sich von uns

  1. sfrang
    4. März 2008

    Man sieht und hört was man möchte! Ein musizierender Neffe hätte den Onkel Musikinstrumente spielen „gesehen“, was man eben vom Onkel erwartet oder gewünscht hat.

  2. theolounge
    4. März 2008

    Gebe ich Dir prinzipiell recht. Ich würde es aber nicht nur als Einbildung abtun. Ich habe derartige Einbildungen sonst nicht. Und ich hatte kein enges Verhältnis zu diesem Onkel. Viel für ihn gebetet die letzten Tage, aber nicht so, dass für mich dann eine Welt zusammengebrochen wäre. Nur einfach traurig halt.

  3. theolounge
    4. März 2008

    …und ich habe nicht erwartet, dass er rumläuft dort. Falls er es war. Eher, dass er was vom Krieg erzählt vielleicht.

  4. andy55
    4. März 2008

    als mein vater starb, war er ein paar tage vorher noch kurz bei uns auf der durchreise. wir unterhielten uns – und als er wenige tage später die augen zumachte, war ich dankbar, ihn vorher noch einmal gesehen zu haben (300 km voneinander weg gewohnt, kein auto damals).
    ich glaube schon, dass es viel mehr dinge gibt in der unsichtbaren welt, die wir weder sehen noch begreifen können.
    meine frage dabei ist allerdings: wozu sollten solche dinge geschehen? ein knarzen im raum wäre für mich etwas unerklärliches, aber kein abschied von einem geliebten oder bekannten menschen. deswegen verschliesst sich mir hier eine gewisse logik des geschehens.
    ich kann verstehen, wenn menschen botschaften von gott bekommen im traum oder auch im wachsein (vision), die sie warnen, ermutigen, etwas erklären usw. das macht sinn und ist nachvollziehbar.
    letztens schrieb mir eine frau, dass sie schon öfters regenbögen auf ihrer hand sah und verstand das als grüssendes bundeszeichen gottes, um sie zu ermutigen. seltsam, aber akzeptierbar. für mich.
    nun ja, ich bin mir auch nicht sicher, wie klar beziehungenüber grössere entfernungen auswirkungen haben (eltern – kinder und etwas schlimmes passiert, die anderen spüren es). ein weites feld.
    wenn du es mit deinem onkel in zusammenhang bringst – wer könnte dir das ausreden? vielleicht gibt es ja auch dafür einmal eine erklärung…

  5. theolounge
    4. März 2008

    Ja, ist mir schon klar, es kann eine ganz natürliche Ursache haben.
    Dennoch kam es mir irgendwie an dem Abend schon so vor, dass es eben nicht das ist, was sonst geschieht. Eine Empfindung, die ich sonst nicht so habe.
    Es kam mir irgendwie vor wie eine Verabschiedung. Er wollte uns immer mal noch zu sich einladen, irgendwie haben wir das immer verschoben.
    Vielleicht wollte er einfach nur mal sehen, wie wir so leben.
    Oder es war Einbildung. Also ich bestehe nicht darauf, dass das etwas Übernatürliches war. Aber ich habe soetwas noch nicht erlebt.
    Und wenn man nachfragt, dann erzählen viele Leute solche Erlebnisse.
    Drum dachte ich, es ist mal einen Artikel wert.

  6. Pingback: Warum, Gott? «

  7. Eva
    18. März 2008

    Hallo theolounge,

    ich bin nur per Google hier gelandet, weil ich auf der Suche nach Erklärungen für das Unerklärliche bin.
    Zu meiner Person: Ich bin nicht und war niemals religiös, für mich war der Mensch nie mehr als ein Organismus, der irgendwann eben nicht mehr funktioniert und dann einfach weg ist. An die Existenz einer Seele oder eines sonstigen außerkörperlichen Lebens habe ich nie geglaubt, auch nicht an einen oder meherere Götter. Schlicht: Ich bin keinesfalls „empfänglich“ für Abschiedsgeschichten von Toten!
    Nun habe ich aber auch absolutes Vertrauen zu meinem Ehemann. Dieser hat schon vor ca. 10 Jahren nachts „Besuch“ (traumähnlichen) von seiner geliebten Oma bekommen in der Nacht, als sie starb. Der Tod kam unerwartet – die Oma war zwar krank und seit längerer Zeit in der Klinik, der Zustand aber stabil und dieser Krankenhausaufenthalt nicht der erste. Es gab keine ärztlichen Prognosen, die auf baldigen Tod hingedeutet hätten, und auch sonst keinen Grund zu solcherlei Vermutungen.
    Sie „erschien“ ihm während des Schlafens, quasi im Traum, als helle Lichtgestalt, die viel Wärme ausstrahlte. Sie strich ihm über die Wange, winkte ihm zu, sagte dass sie jetzt gehen müsse und verschwand dann in einem gleißend hellen Licht. Er wachte auf und guckte auf die Uhr.
    Als am nächsten Morgen sein Telefon klingelte, wusste er bereits, was er hören würde: Seine Mutter benachrichtigte ihn, dass seine Oma in der Nacht verstorben war – auch noch ungefähr zu der Uhrzeit, als mein Mann mit Herzklopfen tränenüberströmt aufgewacht war!

    Soweit, so gut. Irgendwie habe ich im Lauf der letzten 8 Jahre diese Geschichte verdauen können.

    Nun ist schon wieder sowas passiert. Eine sehr sehr gute Freundin meiner Eltern, die quasi zur Familie gehört, lag seit 2 Monaten nach ihrem 2. Schlaganfall im Koma. Heute wollte ich sie noch einmal besuchen, denn morgen sollte sie in eine andere Klinik in größerer Entfernung verlegt werden.
    Heute Vormittag rief mich aber meine Mutter an, um mir zu sagen, dass ich mir den Weg sparen könne – die Freundin sei gestern Abend in der Klinik gestorben.
    Als mein Mann mich im Vorbeigehen telefonieren sah, kannte er den Inhalt des Gesprächs bereits: Unsere Freundin hat sich heute Nacht, wieder im Traum, von ihm verabschiedet. Sie sei gelöster Stimmung gewesen und habe sich gefreut, endlich weitergehen zu können, nicht mehr an diesen Maschinen zu hängen. Sie hat ihm den Auftrag erteilt, auf mich aufzupassen. Sie sagte ihm, dass wir uns um meine Eltern gut kümmern sollen in Zukunft. Als mein Mann sie im Traum fragte, ob er mich nicht wecken solle, habe sie nur gesagt: Lass nur, lass sie schlafen. Dann sei sie mit einem fröhlichen Winken aus dem Schlafzimmer gegangen.

    Nun ist mein schönes – bislang immer so logisches – Weltbild schon wieder ins Wanken geraten. Wie kann es sein, dass mein Mann bei Todesfällen solche Träume hat – und zwar (seiner Erinnerung nach) NUR dann? Wäre das nicht ein zu großer Zufall, wenn er „einfach nur“ normal vom Abschied träumen würde, ausgerechnet wenn die betreffenden Personen gerade verstorben sind?

  8. theolounge
    18. März 2008

    Danke für Deinen Bericht !!
    Wie gesagt, ich hatte das vorher selbst nicht erlebt, nur aus Erzählungen. Zwar von Menschen, die ich nicht als Spinner einschätzen würde, aber dennoch war es mir schon nicht so naheliegend. Ich wußte immer nicht, wie ich es einordnen sollte.
    Ich glaube zwar an Gott, aber sowas war mir schon fremd.
    Dieses Erlebnis war mir aber auch sehr eindrücklich. Und es hat mir die Artikel, die ich oft auch in spekulativer Weise und in Bezug auf philosophische Begründungen schreibe, doch in einem anderen Licht erscheinen lassen.
    Ich achte seitdem übrigens immer drauf, ob es bei uns so knarrzt auf dem Fussboden: Nichts ! Wirklich sehr erstaunlich für mich.

    Also wie gesagt, ich kann das gut verstehen, dass Du da ein anderes Weltbild bisher hattest. Ich hatte meines mit Gott.
    Aber dies – mein – Erlebnis hat mich das doch alles in einem anderen Licht sehen lassen.
    Also wenn Du mich fragst: es gibt eine ganze Menge mehr, als wir so glauben.

    Interessant dazu vielleicht auch ein Bericht, über den ich an der katholischen Hochschulgemeinde in München von einem Mediziner einen Bericht gehört hatte. Ein Mediziner, der zudem noch in Freiburg ein Aufbaustudium in Parapsychologie gemacht hat:

    https://theolounge.wordpress.com/2007/06/01/nahtoderfahrungen/

    Das Parapsychologiezeugs ist mir zwar selber ein bischen zu esoterisch, aber ich geb Dir die Links mal trotzdem an, hab allerdings selbst nur mal kurz drübergeschaut (ich als Theologe interpretiere solche Dinge eher theologisch – aber das eine schließt das andere vielleicht nicht aus):

    http://www.igpp.de/german/welcome.htm
    http://parapsychology.org/
    http://moebius.psy.ed.ac.uk/
    http://www.fourmilab.ch/documents/gtpp/
    http://wwwu.uni-klu.ac.at/gsuess/bewusstseinpsy/RonaldWeigl.htm

  9. Eva
    18. März 2008

    Hallo theolounge,

    vielen Dank für die schnelle Reaktion. Den Bericht über die „Nahtoderfahrung“ habe ich mit Interesse gelesen. Natürlich habe ich dergleichen schon mehrfach gehört oder gelesen bzw. in mehr als zweifelhaften Fernsehberichten und Regenbogen-Schmierblättern gelesen. Die BBC ist übrigens keineswegs so seriös in ihren Dokumentationen, wie der Autor des Artikels einfach so in den Raum gestellt hat.😉
    Aber natürlich habe ich an derlei Dingen immer stark gezweifelt. Selbstverständlich denke auch ich, dass es wesentlich mehr Dinge gibt, als wir sie heutzutage wahrnehmen können. Das mag zum Einen daran liegen, dass die Wissenschaft in vielen Bereichen – u.a. auch in der Hirnforschung – noch „in den Kinderschuhen“ steckt, zum Anderen eventuell sogar an unseren von Natur aus beschränkten sinnlichen Möglichkeiten. Vielleicht lassen sich eines Tages ja die Phänomene von „Nahtoderfahrungen“ auch neurophysiologisch oder sonstwie wissenschaftlich erklären – wer weiß?
    So etwas hat mir also bislang noch keinen Anlass geliefert, an meinem durch und durch materialistischen Weltbild zu zweifeln.
    Wohl aber eine Handvoll komischer Erlebnisse, die ich selbst miterlebt habe bzw. von absolut vertrauenswürdigen Personen (Ehemann, Mutter) berichtet bekam.

    Hast Du evtl. Erfahrungen auf dem Gebiet der Telepathie gesammelt? Wahrscheinlich würde ein Theologe wie Du es eher als einen Anhaltspunkt für die Existenz von Schutzengeln bewerten, was ich erzählen werde:

    Es ist schon viele Jahre her, als ich – wie jeden Tag – von meiner Mutter nachmittags chauffiert wurde. Da ich noch keinen Führerschein hatte, muss es ca. 15 Jahre her sein. Meine Eltern und ich lebten auf einem Dorf, der Weg in die Stadt war nicht allzu weit, und meine Eltern mussten mehrmals täglich dieselbe Bundesstraße befahren (Schule, Einkaufen usw.).

    Auf der Hügelkuppe der Bundesstraße setzte meine Mutter plötzlich rechts den Blinker und beabsichtigte offenbar, in einen Feldweg hineinzufahren. Auf mein irritiertes „Was ist denn los?“ antwortete sie: „Ich glaube, da kommt uns gleich einer entgegen…“. Noch während sie das letzte Wort im Mund hatte, kam auf unserer Spur der Straße ein Auto entgegen, genau auf der Hügelkuppe. Ein Ungeduldiger hatte einen LKW überholt, ohne irgendwas sehen zu können. Wäre meine Mutter weitergefahren, wären wir mit Tempo 100 frontal mit dem entgegenkommenden Fahrzeug zusammengestoßen. So aber scherte der Kerl wieder auf seiner Spur ein – unter panischem Gehupe der anderen, die hinter dem LKW herfuhren – und nichts passierte.

    Ich war völlig fassungslos. Sie konnte auf der anderen Seite des Hügels den Überholvorgang keinesfalls gesehen haben! Nie vorher und nie nachher – in all den Jahren, während derer meine Familie die immergleiche Strecke gefahren ist – hat sie den Blinker gesetzt und ist rausgefahren. Es handelte sich also auch nicht um eine Art Manie oder Angst meiner Mutter, aus der sich eine seltsame Gewohnheit des auf-Verdacht-Rausfahrens entwickelt haben könnte.

    Meine Mutter war völlig ruhig und wunderte sich auch überhaupt nicht. Als der Wagen auf UNSERER Spur an uns vorbeipreschte, sagte sie nur, mit der Gewissheit des Rechthabens in der Stimme: „Siehste, ich hah’s doch gewusst, dass da einer kommt!!!“ Sie sagte, sie könne mir nicht erklären, WOHER sie das gewusst habe. Sie hätte weder eine Stimme gehört noch ein Engelchen gesehen, der Gedanke sei einfach ganz plötzlich und glasklar in ihrem Kopf aufgetaucht, und sie sei ihm intuitiv gefolgt.

    Seltsame Geschichte, nicht? Bei meiner Mutter habe ich schon mehrere solcher seltsamen Beobachtungen machen können. Ich nenne sie immer scherzhaft die „Hexe der Familie“, sie scheint einen 6. Sinn zu besitzen…

    LG Eva

  10. theolounge
    18. März 2008

    Hallo Eva,
    ich schreib mal in Deinen Text rein…

    vielen Dank für die schnelle Reaktion. Den Bericht über die “Nahtoderfahrung” habe ich mit Interesse gelesen. Natürlich habe ich dergleichen schon mehrfach gehört oder gelesen bzw. in mehr als zweifelhaften Fernsehberichten und Regenbogen-Schmierblättern gelesen. Die BBC ist übrigens keineswegs so seriös in ihren Dokumentationen, wie der Autor des Artikels einfach so in den Raum gestellt hat.

    >> das mag sein, dass die BBC nicht so seriös ist. Dieser Referent erschien zumindest recht seriös. Kam aus dem Katholizismus. Ihn hat der Glaube wohl nicht losgelassen und er hat sich deshalb mit solchen Dingen beschäftigt. Allerdings scheint dieser Rem Reynolds Fall doch etwas besonderes zu sein.
    Noch was: wir hatten am Samstag Freunde zu Besuch, er ist Herzchirurg im Herzzentrum in München.
    Er erzählte mir eine Geschichte, was bei ihnen passiert war, auch, wenn extrem selten, also bisher nur ein mal bei ca. 14.000 Operationen (hat ihm ein Kollege erzählt, der es erlebt hat und den er für nicht durchgeknallt einschätzt, sondern als seriös):
    In einer OP ist ein Patient gestorben, der Anästhesist meldete, dass er den Patienten verliert. Es war aber nichts mehr zu machen.
    Er wurde also von den Geräten abgestöpselt, von den OP Tüchern befreit etc. …das dauert alles seine Zeit.
    Er wurde in den Flur gefahren und dort mit einem Tuch bedeckt. Dort lag er über eine Viertelstunde.
    Irgendwann bemerkte jemand, dass sich unter dem Tuch etwas rührte. Der Patient lebte wieder.
    Also etwas, was praktisch vollkommen unmöglich ist. Er war klinisch tot gewesen.

    Aber natürlich habe ich an derlei Dingen immer stark gezweifelt. Selbstverständlich denke auch ich, dass es wesentlich mehr Dinge gibt, als wir sie heutzutage wahrnehmen können. Das mag zum Einen daran liegen, dass die Wissenschaft in vielen Bereichen – u.a. auch in der Hirnforschung – noch “in den Kinderschuhen” steckt, zum Anderen eventuell sogar an unseren von Natur aus beschränkten sinnlichen Möglichkeiten. Vielleicht lassen sich eines Tages ja die Phänomene von “Nahtoderfahrungen” auch neurophysiologisch oder sonstwie wissenschaftlich erklären – wer weiß?

    >> ja, wer weiß. Ist aber die Frage, ob wir so etwas messen können, weil wir scheinbar nicht wissen, wo wir überhaupt etwas messen sollen.
    https://theolounge.wordpress.com/2007/08/21/gehirnforschung-was-ist-die-seele-und-das-bewustsein-zeit/

    So etwas hat mir also bislang noch keinen Anlass geliefert, an meinem durch und durch materialistischen Weltbild zu zweifeln.
    Wohl aber eine Handvoll komischer Erlebnisse, die ich selbst miterlebt habe bzw. von absolut vertrauenswürdigen Personen (Ehemann, Mutter) berichtet bekam.

    Hast Du evtl. Erfahrungen auf dem Gebiet der Telepathie gesammelt?

    >> ne, hab ich nicht. Auch bei mir nicht bewußt drauf geachtet, oder es zumindest nicht in Erwägung gezogen, dass es sowas sein könnte.

    Wahrscheinlich würde ein Theologe wie Du es eher als einen Anhaltspunkt für die Existenz von Schutzengeln bewerten, was ich erzählen werde:

    >> ich sehe das eher als das Handeln Gottes, aber manche sagen dann Schutzengel dazu, so würde ich das für mich persönlich sehen:
    https://theolounge.wordpress.com/2008/02/04/was-ist-ein-engel/

    Es ist schon viele Jahre her, als ich – wie jeden Tag – von meiner Mutter nachmittags chauffiert wurde. Da ich noch keinen Führerschein hatte, muss es ca. 15 Jahre her sein. Meine Eltern und ich lebten auf einem Dorf, der Weg in die Stadt war nicht allzu weit, und meine Eltern mussten mehrmals täglich dieselbe Bundesstraße befahren (Schule, Einkaufen usw.).

    Auf der Hügelkuppe der Bundesstraße setzte meine Mutter plötzlich rechts den Blinker und beabsichtigte offenbar, in einen Feldweg hineinzufahren. Auf mein irritiertes “Was ist denn los?” antwortete sie: “Ich glaube, da kommt uns gleich einer entgegen…”. Noch während sie das letzte Wort im Mund hatte, kam auf unserer Spur der Straße ein Auto entgegen, genau auf der Hügelkuppe. Ein Ungeduldiger hatte einen LKW überholt, ohne irgendwas sehen zu können. Wäre meine Mutter weitergefahren, wären wir mit Tempo 100 frontal mit dem entgegenkommenden Fahrzeug zusammengestoßen. So aber scherte der Kerl wieder auf seiner Spur ein – unter panischem Gehupe der anderen, die hinter dem LKW herfuhren – und nichts passierte.

    >> huiiii ! Ja, da würde ich dann auch von Schutzengel sprechen….aber bei mir steht dann Gott dahinter😉
    Sehr eindrückliches Erlebnis.

    Ich war völlig fassungslos. Sie konnte auf der anderen Seite des Hügels den Überholvorgang keinesfalls gesehen haben! Nie vorher und nie nachher – in all den Jahren, während derer meine Familie die immergleiche Strecke gefahren ist – hat sie den Blinker gesetzt und ist rausgefahren. Es handelte sich also auch nicht um eine Art Manie oder Angst meiner Mutter, aus der sich eine seltsame Gewohnheit des auf-Verdacht-Rausfahrens entwickelt haben könnte.

    >> wie kommst Du dann eigentlich zu Deinem materialistischen Weltbild, frage ich mich ? Flucht, Bequemlichkeit, Naturwissenschaftsgläubigkeit… oder was ist es ?

    Meine Mutter war völlig ruhig und wunderte sich auch überhaupt nicht. Als der Wagen auf UNSERER Spur an uns vorbeipreschte, sagte sie nur, mit der Gewissheit des Rechthabens in der Stimme: “Siehste, ich hah’s doch gewusst, dass da einer kommt!!!” Sie sagte, sie könne mir nicht erklären, WOHER sie das gewusst habe. Sie hätte weder eine Stimme gehört noch ein Engelchen gesehen, der Gedanke sei einfach ganz plötzlich und glasklar in ihrem Kopf aufgetaucht, und sie sei ihm intuitiv gefolgt.

    >> ich würde sowas als Gottes Wirken bezeichnen…

    Seltsame Geschichte, nicht? Bei meiner Mutter habe ich schon mehrere solcher seltsamen Beobachtungen machen können. Ich nenne sie immer scherzhaft die “Hexe der Familie”, sie scheint einen 6. Sinn zu besitzen…

    >> manche Leute sind offenbar „durchlässiger“ für bestimmte Phänomene, die andere Leute gar nicht wahrnehmen – und somit meinen, sie existierten nicht.

  11. Eva
    18. März 2008

    Hallo Marc,

    du bist ja fleißig am Schreiben🙂

    Einer Deiner Sätze hat mich erst erstaunt, dann amüsiert, dann etwas sauer gemacht:
    „wie kommst Du dann eigentlich zu Deinem materialistischen Weltbild, frage ich mich ? Flucht, Bequemlichkeit, Naturwissenschaftsgläubigkeit… oder was ist es ?“

    Interessante Frage, und ein bisschen frech ist sie auch. *g* Ich polarisiere nachfolgend absichtlich, provoziere vielleicht auch ein bisschen, um Dich zum Dialog herauszufordern. Erkläre mir, warum man glauben sollte!🙂
    Ich werde auf alle drei Punkte versuchen einzugehen.

    1) Flucht
    Mit dem Materialismus zu leben ist alles andere als einfach! Speziell als Jugendliche, wo ich permanent auf Sinnsuche war, hat mich die Vorstellung fast in den Wahnsinn getrieben, nur aufgrund verschiedener erdgeschichtlicher Zufälle bzw. Notwendigkeiten zu existieren, eine begrenzte Zeit vor mich hin zu leben und dann für immer zu verschwinden. Ich steigerte mich dermaßen in meinen verzweifelten Versuch hinein, einen Sinn in allem zu entdecken (wo komme ich her? warum bin ich da? was soll ich hier, und wo gehe ich hin??? Das Übliche eben)… ich hatte zeitweise sogar Suizidgedanken. Wozu leiden, die Gewalt und Ungerechtigkeit der Welt durchleben, wenn man ohnehin irgendwann spurlos verschwindet?
    Gerne hätte ich damals den ganzen Gottestheorien Glauben geschenkt, ich konnte es aber nicht. Eine von vielen Religionen willkürlich heraussuchen, um ihr dann – mangels Beweisen – einfach so anzuhängen? Dazu hätte ich mich selbst beschummeln müssen. Ich hätte immer gewusst, dass ich aus reinem Trostbedürfnis einfach eine potenzielle „Wahrheit“ zu glauben beschlossen habe. Zu glauben hätte gleichzeitig auch bedeutet, meine Augen nach allen anderen Richtungen zu verschließen, mir quasi absichtlich Scheuklappen aufzusetzen. Wer an eine Wahrheit glaubt, kann schließlich nicht andere – ihr widersprechende – neben ihr akzeptieren. Oder doch?!

    2) Bequemlichkeit
    Aus oben genannten Gründen hätte ich es – zumindest früher – viel bequemer gefunden, wenn ich religiös gewesen wäre. Mein – zugegebenermaßen etwas naives – Religionsverständnis (das ich vielleicht von meinem atheistischen Papa geerbt habe) war eher wie folgt:
    Wenn man sich etwas nicht erklären kann, sagt man einfach: „Gottes Wege sind unergründlich!“. Wenn man über den Tod eines lieben Menschen trauert, sagt man einfach: „Er/Sie ist jetzt an einem viel besseren Ort“ oder „Gott hat ihn/sie zu sich genommen“. Wenn einem ein dummes Missgeschick oder gar ein schweres Unglück passiert, dann kann man glauben, dass es vielleicht von der Vorsehung so gewollt ist und „seinen Sinn hat“. Wenn man leiden muss und schwere Zeiten durchmacht, kann man sich mit der Aussicht auf paradiesische Entlohnung im Jenseits oder „Himmel“ ein bisschen trösten. Man kann sich auf geschriebene Gottesworte verlassen, die einem sagen was richtig oder falsch ist. Gut und Böse muss man nicht mehr selbst definieren – man lässt sich einfach von den Zehn Geboten leiten (um mal beim christlichen Beispiel zu bleiben). Egal, welche Aufgaben man zu meistern hat – im Hinterkopf gibt es einen Gott, eine Art überdimensionaler Vaterfigur, die einem im Notfall schon helfen wird. Wenn man grundlegend versagt hat, etwas wirklich Schlimmes angestellt hat, dann gibt es da immer noch die Kirche, die behauptet: Jesus Christus ist für deine Sünden mitgestorben! Usw.usw…..
    Religion bzw. Gottglaube habe ich eigentlich also immer als etwas Bequemes angesehen, das dem kindlichen Schutz- und Anlehnungsbedürfnis entsprungen sein könnte. Und das darüber hinaus die Gläubigen davor bewahrt, sich in letzter Konsequenz selbstverantwortlich für ihr Leben fühlen zu müssen.

    3) Naturwissenschaftsgläubigkeit
    Das ist in der Tat ein wunder Punkt bei Materialisten wie mir. (Unter uns: Eigentlich bezeichne ich mich lieber als Agnostikerin, denn keine Erkenntnis ist endgültig richtig!)
    Natürlich weiß ich als ehemalige Schülerin auch, dass die Naturwissenschaften im Grunde auf einigen Axiomen beruhen, an deren Richtigkeit man zu glauben gezwungen ist, um weiterdenken zu können. Wenn der Versuch, sich die Welt zu erschließen und vielleicht sogar infolgedessen verbessern zu können, aber davon abhängt, diesen Axiomen einfach so zu glauben, dann MUSS man eben in diesen sauren Apfel beißen.
    Dass neueste wissenschaftliche Erkenntnisse niemals der Weisheit letzter Schluss sind, zeichnet die Wissenschaft ja überhaupt erst aus. Von „Gläubigkeit“ kann also – abgesehen von den Axiomen und den oft überzeugenden eigenen empirischen Erfahrungen – nicht unbedingt gesprochen werden.
    Davon abgesehen nähern sich Theologie und Wissenschaft in vielen Bereichen durchaus einander an, stehen sich also keineswegs diametral gegenüber. Beides sind doch Versuche, sich die erlebte Welt zu erklären.

    Soviel zu deiner Frage. Ich habe es, wenn du es so sehen willst, also eher als Flucht und Bequemlichkeit betrachtet, einer Religion anzuhängen. Allen Religionen (auch Sekten usw., das rechne ich alles quasi in einen Topf) ist doch gemeinsam, dass sie eine höhere (wertende) Instanz über sich wähnen und an die Existenz einer unsterblichen Seele glauben.
    Das mit der höheren Instanz kann – speziell, wenn man das von mir geschilderte „Schutzengel-Erlebnis“ mit meiner Mutter berücksichtigt – vielleicht ein Körnchen Wahrheit beinhalten. Hier mehr Beispiele anzuführen, würde den Rahmen des Beitrags wohl sprengen. Es ist aber z.B. empirisch nachgewiesen, dass etwa eine Kommunikation unter Elstern über hunderte von Kilometern funktioniert, und zwar schneller als es eventuelle Wanderbewegungen oder Populationsanstiege innerhalb der Art erklären könnten. „Telepathie“, wenn Du so willst.

    Wer aber sagt denn, dass so etwas wie Telepathie nicht materiell erklärt werden kann? Vielleicht gibt es ja Wellen, Schwingungen oder sonst eine Art der Kommunikation, die nur noch nicht erforscht worden ist? Die gibt es ja sogar unter Pflanzen (man beachte die Entwicklung von Abwehrmechanismen bei Baumbeständen: Sobald die ersten von bestimmten Schädlingen befallen werden, entwickeln die anderen Bäume derselben Art selbst in vielen Kilometern Entfernung schlecht schmeckende Geschmacksstoffe, die die Schädlinge abhalten sollen). Hätte man noch vor wenigen Jahrzehnten sicher als Wunder bezeichnet. Heutzutage liegt die Theorie nahe, dass über irgendwelche Wege (vielleicht Grundwasser oder Luft) chemische Botenstoffe zur Kommunikation an die Artgenossen geschickt werden: Achtung, Gefahr im Verzug, bitte schützt euch!

    Warum sollte das ähnlich nicht mit Menschen funktionieren? Sicher gibt es Menschen, die „durchlässiger“ für solche Botschaften sind. Vielleicht liegt der vielzitierte 6. Sinn den Menschen ja eigentlich im Blut, ist aber im Laufe der Evolution bei vielen einfach nur genetisch verkümmert?

    Vielleicht ist dieser 6. Sinn aber auch kein biologischer „Sinn“, sondern der Rest des göttlichen Funkens, der angeblich den Urknall gestartet haben soll? Eine Verbundenheit mit der Macht, die über uns steht?
    Wer wird diese Fragen jemals beantworten können?

    Wer oder was ist „Gott“ für Dich? Und warum glaubst Du daran?

    LG Eva

  12. theolounge
    18. März 2008

    Hallo Eva,
    ich schreib Dir mal in Deinen Text….

    Einer Deiner Sätze hat mich erst erstaunt, dann amüsiert, dann etwas sauer gemacht:
    “wie kommst Du dann eigentlich zu Deinem materialistischen Weltbild, frage ich mich ? Flucht, Bequemlichkeit, Naturwissenschaftsgläubigkeit… oder was ist es ?”

    Interessante Frage, und ein bisschen frech ist sie auch. *g* Ich polarisiere nachfolgend absichtlich, provoziere vielleicht auch ein bisschen, um Dich zum Dialog herauszufordern. Erkläre mir, warum man glauben sollte!

    >> weil es Gott gibt und Du keine Laune der Natur bist, sondern gewollt und geliebt.

    Ich werde auf alle drei Punkte versuchen einzugehen.

    1) Flucht
    Mit dem Materialismus zu leben ist alles andere als einfach!

    > ja, weil er wohl ein Konstrukt ist. Er klammert die Frage einfach aus, woher alles kommt, den Urgrund allen Seins.

    Speziell als Jugendliche, wo ich permanent auf Sinnsuche war, hat mich die Vorstellung fast in den Wahnsinn getrieben, nur aufgrund verschiedener erdgeschichtlicher Zufälle bzw. Notwendigkeiten zu existieren, eine begrenzte Zeit vor mich hin zu leben und dann für immer zu verschwinden.

    > die Evolutionstheorie hinkt etwas. Sie geht völlig unhinterfragt mit dem Zufallsbegriff um und geht zudem vom Materialismus aus. Was wohl falsch ist, denke ich.
    https://theolounge.wordpress.com/2007/12/18/ade-evolutionstheorie/
    (+ die Unterartikel dazu…)

    Ich steigerte mich dermaßen in meinen verzweifelten Versuch hinein, einen Sinn in allem zu entdecken (wo komme ich her? warum bin ich da? was soll ich hier, und wo gehe ich hin??? Das Übliche eben)

    > naja, nicht das Übliche. Das Übliche ist, dass Leute gar nicht erst fragen, warum alles ist.
    Hier (+Unterlinks) zum Anhören – auf Deine Frage:

    https://theolounge.wordpress.com/2008/03/16/doch-alles-umsonst-audio/

    … ich hatte zeitweise sogar Suizidgedanken. Wozu leiden, die Gewalt und Ungerechtigkeit der Welt durchleben, wenn man ohnehin irgendwann spurlos verschwindet?

    > ich denke nicht, dass man spurlos verschwindet. Energie verschwindet nicht einfach, auch in der Physik nicht. Das ist der Energieerhaltungssatz. Und wir sind Energie:

    https://theolounge.wordpress.com/2008/01/18/warum-wir-das-leib-seele-problem-nicht-losen-konnen/

    https://theolounge.wordpress.com/2007/12/21/und-sie-rauben-uns-die-materie/

    Gerne hätte ich damals den ganzen Gottestheorien Glauben geschenkt, ich konnte es aber nicht. Eine von vielen Religionen willkürlich heraussuchen, um ihr dann – mangels Beweisen – einfach so anzuhängen? Dazu hätte ich mich selbst beschummeln müssen. Ich hätte immer gewusst, dass ich aus reinem Trostbedürfnis einfach eine potenzielle “Wahrheit” zu glauben beschlossen habe. Zu glauben hätte gleichzeitig auch bedeutet, meine Augen nach allen anderen Richtungen zu verschließen, mir quasi absichtlich Scheuklappen aufzusetzen. Wer an eine Wahrheit glaubt, kann schließlich nicht andere – ihr widersprechende – neben ihr akzeptieren. Oder doch?!

    > Es gibt offensichtlich schon etwas, was wahr ist, also eine Antwort auf die Frage, woher alles kommt. Aber wir kommen nicht von selbst drauf.
    Die christliche Antwort ist: Gott hat sich selbst gezeigt, darum wissen wir, wie er ist. Sonst würden wir in unseren aufgeblähten Gedankengebäuden stecken bleiben. (ist natürlich eine Glaubenssache das Ganze.)

    https://theolounge.wordpress.com/2007/09/24/die-auferstehung-jesu-realitat-oder-humbug/

    2) Bequemlichkeit
    Aus oben genannten Gründen hätte ich es – zumindest früher – viel bequemer gefunden, wenn ich religiös gewesen wäre. Mein – zugegebenermaßen etwas naives – Religionsverständnis (das ich vielleicht von meinem atheistischen Papa geerbt habe) war eher wie folgt:
    Wenn man sich etwas nicht erklären kann, sagt man einfach: “Gottes Wege sind unergründlich!”. Wenn man über den Tod eines lieben Menschen trauert, sagt man einfach: “Er/Sie ist jetzt an einem viel besseren Ort” oder “Gott hat ihn/sie zu sich genommen”. Wenn einem ein dummes Missgeschick oder gar ein schweres Unglück passiert, dann kann man glauben, dass es vielleicht von der Vorsehung so gewollt ist und “seinen Sinn hat”. Wenn man leiden muss und schwere Zeiten durchmacht, kann man sich mit der Aussicht auf paradiesische Entlohnung im Jenseits oder “Himmel” ein bisschen trösten. Man kann sich auf geschriebene Gottesworte verlassen, die einem sagen was richtig oder falsch ist. Gut und Böse muss man nicht mehr selbst definieren – man lässt sich einfach von den Zehn Geboten leiten (um mal beim christlichen Beispiel zu bleiben).

    >> zum „Gotteswort“:
    https://theolounge.wordpress.com/2008/01/30/ist-die-bibel-gottes-wort/

    https://theolounge.wordpress.com/2008/03/11/was-ist-der-dekalog/

    Egal, welche Aufgaben man zu meistern hat – im Hinterkopf gibt es einen Gott, eine Art überdimensionaler Vaterfigur, die einem im Notfall schon helfen wird. Wenn man grundlegend versagt hat, etwas wirklich Schlimmes angestellt hat, dann gibt es da immer noch die Kirche, die behauptet: Jesus Christus ist für deine Sünden mitgestorben! Usw.usw…..

    > ja, Gott kam auf die Menschen zu, ohne, dass sie irgendwie durch ihre Religion dies bewirkt haben könnten – daraus und aus dem, was Jesus sagte, ist man der Ansicht, dass Gott die Menschen tatsächlich liebt – und nur ein Gebet weit entfernt ist (wenn ich das hier mal superkurz darstelle)

    Religion bzw. Gottglaube habe ich eigentlich also immer als etwas Bequemes angesehen, das dem kindlichen Schutz- und Anlehnungsbedürfnis entsprungen sein könnte. Und das darüber hinaus die Gläubigen davor bewahrt, sich in letzter Konsequenz selbstverantwortlich für ihr Leben fühlen zu müssen.

    >> ja, Glaube kann auch mißbraucht werden und Menschen abhängig machen.
    Das heißt aber nicht, dass er falsch wäre, das ist ein gefährlicher Trugschluß.
    Und das mit der Vaterfigur ist wohl Sigmund Freud.
    Aber das ist nur ein Teil der Wahrheit.

    3) Naturwissenschaftsgläubigkeit
    Das ist in der Tat ein wunder Punkt bei Materialisten wie mir. (Unter uns: Eigentlich bezeichne ich mich lieber als Agnostikerin, denn keine Erkenntnis ist endgültig richtig!)

    > ja, wie Cicero. Aber damit kommt man auch nicht viel weiter. Man schwimmt immer in einem Meer von Meinungen.

    Natürlich weiß ich als ehemalige Schülerin auch, dass die Naturwissenschaften im Grunde auf einigen Axiomen beruhen, an deren Richtigkeit man zu glauben gezwungen ist, um weiterdenken zu können.

    > sic. Stimmt.

    Wenn der Versuch, sich die Welt zu erschließen und vielleicht sogar infolgedessen verbessern zu können, aber davon abhängt, diesen Axiomen einfach so zu glauben, dann MUSS man eben in diesen sauren Apfel beißen.

    > ja, aber man sollte sich gewiss sein, dass Denkmodelle immer nur Modelle sind, aber nicht die Wirklichkeit.

    Dass neueste wissenschaftliche Erkenntnisse niemals der Weisheit letzter Schluss sind, zeichnet die Wissenschaft ja überhaupt erst aus.

    > die Wissenschaft wird es nie dazu bringen, die „Wahrheit“ zu ergründen, weil sie gar nicht die Messparameter dafür hat, geschweige denn sie zulässt. Drum ists gefährlich, an die Wissenschaft als einzige Welterklärung zu glauben….

    Von “Gläubigkeit” kann also – abgesehen von den Axiomen und den oft überzeugenden eigenen empirischen Erfahrungen – nicht unbedingt gesprochen werden.
    Davon abgesehen nähern sich Theologie und Wissenschaft in vielen Bereichen durchaus einander an, stehen sich also keineswegs diametral gegenüber. Beides sind doch Versuche, sich die erlebte Welt zu erklären.

    > ja.

    Soviel zu deiner Frage. Ich habe es, wenn du es so sehen willst, also eher als Flucht und Bequemlichkeit betrachtet, einer Religion anzuhängen.

    > ja, aber Du würdest hier nicht schreiben, wenn Du mit Deiner Flucht zufrieden wärest😉

    Allen Religionen (auch Sekten usw., das rechne ich alles quasi in einen Topf) ist doch gemeinsam, dass sie eine höhere (wertende) Instanz über sich wähnen und an die Existenz einer unsterblichen Seele glauben.

    > Hmm ,unterschiedlich. Die Buddhisten glauben – wenn ich rechtliege – nicht an einen höheren Gott.

    Das mit der höheren Instanz kann – speziell, wenn man das von mir geschilderte “Schutzengel-Erlebnis” mit meiner Mutter berücksichtigt – vielleicht ein Körnchen Wahrheit beinhalten. Hier mehr Beispiele anzuführen, würde den Rahmen des Beitrags wohl sprengen. Es ist aber z.B. empirisch nachgewiesen, dass etwa eine Kommunikation unter Elstern über hunderte von Kilometern funktioniert, und zwar schneller als es eventuelle Wanderbewegungen oder Populationsanstiege innerhalb der Art erklären könnten. “Telepathie”, wenn Du so willst.

    > könnte sein…

    Wer aber sagt denn, dass so etwas wie Telepathie nicht materiell erklärt werden kann?

    > gibt es die Materie überhaupt ? Es gibt die drei Varianten:
    – es gibt nur Materie
    – es gibt einen Dualismus von Materie und Geist
    – alles ist nur Geist

    https://theolounge.wordpress.com/2007/08/30/riesiges-loch-im-universum-entdeckt-faz/

    https://theolounge.wordpress.com/2007/08/08/uberzogene-anspruche-der-naturwissenschaften/

    https://theolounge.wordpress.com/2007/07/25/ein-kritischer-blick-auf-id-universe-and-everything-ekd/

    Vielleicht gibt es ja Wellen, Schwingungen oder sonst eine Art der Kommunikation, die nur noch nicht erforscht worden ist?

    > vielleicht ist alles nur Geist, und die Materie existiert gar nicht😉 okay, ist eine Extremposition…

    Die gibt es ja sogar unter Pflanzen (man beachte die Entwicklung von Abwehrmechanismen bei Baumbeständen: Sobald die ersten von bestimmten Schädlingen befallen werden, entwickeln die anderen Bäume derselben Art selbst in vielen Kilometern Entfernung schlecht schmeckende Geschmacksstoffe, die die Schädlinge abhalten sollen). Hätte man noch vor wenigen Jahrzehnten sicher als Wunder bezeichnet. Heutzutage liegt die Theorie nahe, dass über irgendwelche Wege (vielleicht Grundwasser oder Luft) chemische Botenstoffe zur Kommunikation an die Artgenossen geschickt werden: Achtung, Gefahr im Verzug, bitte schützt euch!

    Warum sollte das ähnlich nicht mit Menschen funktionieren? Sicher gibt es Menschen, die “durchlässiger” für solche Botschaften sind.

    > ja, aber ich würde das hier, was ich erlebt habe, nicht mit Botenstoffen erklären😉

    Vielleicht liegt der vielzitierte 6. Sinn den Menschen ja eigentlich im Blut, ist aber im Laufe der Evolution bei vielen einfach nur genetisch verkümmert?

    > Evolution: was ist Zufall ?:
    https://theolounge.wordpress.com/2007/09/10/gott-und-der-zufall/

    https://theolounge.wordpress.com/2007/06/05/warum-muss-der-mensch-erlost-werden/

    Vielleicht ist dieser 6. Sinn aber auch kein biologischer “Sinn”, sondern der Rest des göttlichen Funkens, der angeblich den Urknall gestartet haben soll? Eine Verbundenheit mit der Macht, die über uns steht?
    Wer wird diese Fragen jemals beantworten können?

    Wer oder was ist “Gott” für Dich? Und warum glaubst Du daran?

    – wegen meiner Sozialisation ursprünglich.
    Und dann zu Beginn meines Theologiestudiums habe ich mir verschiedene Fragen gestellt, besonders nach der Ursache allen Seins. Dazu fand ich zu der Überzeugung, dass es Gott gibt.

    Dazu:

    https://theolounge.wordpress.com/2007/04/29/uber-die-unendlichkeit/

    https://theolounge.wordpress.com/2007/04/24/wie-ist-gott/

    https://theolounge.wordpress.com/2007/06/15/unendlichkeit-die-zweite/

    LG Marc

  13. Philip
    18. März 2008

    Sie hätte weder eine Stimme gehört noch ein Engelchen gesehen, der Gedanke sei einfach ganz plötzlich und glasklar in ihrem Kopf aufgetaucht, und sie sei ihm intuitiv gefolgt.

    Sowas habe ich auch manchmal im Gebet. Da taucht auf einmal urplötzlich so ein glasklarer Gedanke auf. Zuerst fühlt sich das an, als wären es tausend Gedanken durcheinander und dann formt sich das zu einem einzigen richtig klaren Gedanken zusammen. Gleichzeitg fühlt sich das an, als wäre der Gedanke Wirklichkeit und echt und wahr, Zweifel fehlen völlig. Das Gefühl bleibt dann für ein paar Sekunden und dann verschwindet es wieder genauso schnell, wie es gekommen ist.

  14. Pingback: Nahtod - Erfahrungen (audio) «

  15. Mike
    6. August 2008

    Vor 5 Tagen ist mein Vermieter der unten in der Wohnung war gestorben in der Nacht zum 1. August. Ich hatte gerade meine Familie zu besuch. Und in der Nacht hörte ich von unten Geräuche als wäre unten was umgefallen oder es hätte jemand die Haustür aufgeschlossen und dann war alles wieder ruhig. Ich traute mich auch nicht mal unten nachzuschauen was es gewesen sein könnte aber hatte eine weile meine Ohren gespitzt aber dann war alles wieder Ruhig. Am Tage dann wir kamen von Unterwegs meinte mein Vater das der Gartenweg zur Haustür so sauber aussehe als hätte jemand gefegt und nur 10 Minuten später erfuhren wir von seinen Neffen der im Nachbarhaus wohnt das mein Vermieter verstorben sei. Das ist nicht das einzige Mal das sich was ereignete wenn jemand verstorben ist. Ich hatte sowas schon oft erlebt.

  16. Antares
    14. Januar 2009

    hallo, also ich kann euren berichten nur zustimmen. selber habe ich schon oft von solchen dingen gehört aber selber noch nie erlebt.
    das erste mal als am 22.august 2008 mein vater starb. er lag schon 12 tage im koma nach einem schweren asthma anfall,nach rehamnimation.
    ich war an diesem 22. abends in der nachtschicht und saß an meinem schreibtisch vor dem pc und arbeitete.
    kurz vor 23 uhr spürte ich einen eiskalten hauch über meine füße gleiten,ich schaute auf ob ein fenster oder eine tür auf ist, aber alles war zu.
    nach dem kalten hauch bekam ich am ganzen körper gänsehaut, dachte auch nicht weiter darüber nach.
    kurz nach 24 uhr rief meine mutter mich dann auf dem handy an und sagte mir das mein vater um 23 uhr für immer eingeschlafen ist.
    ich wusste das es ihm sehr schlecht geht und das wir nicht mehr viel hoffnung haben müssten.
    doch das es so schnell geht daran habe ich nie geglaubt.
    aber woher kam der eiskalte hauch an meinen beinen?
    ich denke er hat sich bei mir verabschiedet.

  17. philgeland
    6. November 2009

    Das erinnert mich an meinen Grossvater. Er war schon tot, als ich im Krankenhaus ankam. Ich habe ihn aber gesehen, bevor und nachdem man ihn auf dem Totenbett zurecht gemacht hatte. Die erste Begegnung erfüllte mich mit Demut, Distanz und Ehrfurcht. Ich sah ihn genau so , wie er gestorben war. Ich war sprachlos und erschüttert. Dann wurden wir aus dem Zimmer herausgebeten und als wir es wieder betraten, war sein Kiefer durch ein weisses Band geschlossen und man hatte ihm einen kleinen Blumenstrauss in die gefalteten Hände gelegt. Ich beugte mich über ihn, streichelte seinen Kopf und verabschiedete mich. Ich spürte keine Distanz mehr. Nur noch Demut und Erleichterung.

  18. Pingback: Ungewöhnliche Erfahrungen – oder: Was ist Parapsychologie ? «

  19. philgeland
    3. März 2010

    Ob sich Tote von uns verabschieden, kann ich nicht sagen.
    Ich hoffe natürlich, dass sie es tun, dass sie also nach ihrem „Ableben“ noch eine „Draht“ zu jener Welt haben, der wir als Lebendige noch angehören.
    Ich kann es aber nicht wissen.
    Das Einzige, was ICH tun kann,
    ist, mich von IHNEN zu verabschieden.

  20. philgeland
    11. März 2010

    @theolounge,
    jetzt weiss ich, was Du meinst. (Siehe den Artikel zur Parapsychologie).
    Das ist aber doch eine andere „Baustelle“. oder?

  21. theolounge
    11. März 2010

    @philgeland

    Hat auch was mit parapsychologischen Phänomenen zu tun, über was ich hier geschrieben und was ich da erlebt hatte, denke ich….

  22. philgeland
    13. März 2010

    @theolounge
    Stimmt.
    Scheint so, als hatte ich diesbezüglich eine „andere Brille auf“.
    In diesem Zusammenhang tut sich mir dann aber folgende Frage auf:
    Was ist der Unterschied
    zwischen einem
    parapsychologischen Phänomen
    und einer
    religiôsen Erfahrung?

  23. theolounge
    13. März 2010

    @philgeland

    Hm, keine Ahnung. Für mich war es einfach eine Erfahrung, dass es offensichtlich mehr gibt, als das, was wir sehen können.
    Gott können wir auch nicht sehen und sein Wirken lässt sich auch nicht naturwissenschaftlich direkt greifen. Vielleicht ist das eine Parallele.

  24. philgeland
    14. März 2010

    @theolounge
    Ok, das könnte tatsächlich eine Parallele sein.
    Meine Frage bezog sich aber eher darauf,
    worin die Unterschiede liegen könnten.

  25. theolounge
    14. März 2010

    @philgeland

    Hmmm, schwer zu sagen.
    Man könnte denken, eine religiöse Erfahrung hat nichts beängstigendes. Allerdings, als Gott sich im Dornbusch zeigt als brennendes Feuer, ist das sicher auch keine völlig angstfreie Begegnung gewesen.

    Andere Möglichkeit: eine religiöse Erfahrung hat vielleicht direkt etwas mit Gott zu tun.
    Eine parapsychologische vielleicht nicht direkt mit Gott, sondern mit Phänomenen, die es offenbar gibt – die dann indirekt natürlich auf Gottes Schöpfung zurückgehen, aber, wenn man ihnen begegnet, nicht in direkter Linie auf Gott hinweisen.

    Das war jetzt so auf die Schnelle ein Versuch.

    Was würdest Du als Unterschiede sehen ?

  26. philgeland
    20. März 2010

    @theolounge

    Der erste Absatz Deiner Antwort hat es in sich.

    Zum Einen, weil ich mich da sofort frage, ob es sich bei dem Phänomen des „brennenden Dornbusches“ nicht doch nur um eine rein subjektive Erfahrung des Menschen Moses gehandelt haben könnte.

    Zum Anderen, weil Du – und das auch noch in den gleichen „drei Zeilen“ – den Begriff der Angst mit dem der religiösen Erfahrung verbunden hast. (Endlich tut das hier mal einer …).

    Danke für die Anregungen, im Ernst!

    Bitte erlaube mir, auf Deine eigentliche Frage später einzugehen, ok?

  27. theolounge
    20. März 2010

    @philgeland

    logo, keine Eile….

  28. philgeland
    22. März 2010

    @theolounge
    Hmja, vielleicht ist „Parapsychologie“ zum Einen einfach nur der legitime Versuch unerklärliche (und /oder „übersinnliche“ inklusive religiöse) Phänomene wissenschaftlich erforschen zu wollen; zum Anderen mag dieser Begriff leider wohl auch nur zu oft als Deckmäntelchen für die Phantasien esoterisch-angehauchter Spinner her halten.

  29. theolounge
    22. März 2010

    @philgeland

    Ja, unter diesem Begriff wird viel Humbug getrieben, denke ich. Allerdings muss das nicht heißen, das alles, was unter diesen Begriff einzuordnen ist, auch Humbug ist.

  30. philgeland
    23. März 2010

    @theolounge
    Stimmt. Es wäre in der Tat ein Fehler, „das Kind mit dem Bade auszuschütten“ wie man so schön sagt. Das ist übrigens auch ein Grund, weshalb man viele Aussagen von Atheisten skeptisch beurteilen sollte. Ein gutes Beispiel ist (mal wieder?) der „Gotteswahn“ von Richard Dawkins. „Er mag in vielen Punkten Recht haben, aber …“

  31. theolounge
    23. März 2010

    @philgeland

    Ja…. Dawkins…der ist allerdings doch recht fundamentalistisch. Außer seiner biologischen Perspektive lässt er nicht allzuviel Weltbilder zu. Damit blendet er sehr viel aus. Er hat sich nur auf seine biologische Weltsicht fokussiert, wenn ich das richtig sehe.

  32. teacher
    26. März 2010

    Ja, das ist nicht ungewöhnliches, dass sich Sterbende verabschieden. Schließlich leben wir ja weiter und für eine Seele spielen Entfernungen keine Rolle. Im Gegenteil, man ist denen nahe, mit denen man besonders eng verbunden ist. Dadurch eben auch das Verabschieden von Familienangehörigen und Verwandten.
    Hier etwas zum näheren Verständnis:
    http://geheimnisdesmenschen.blogspot.com/2009/02/nahtoderlebnisse-begreifen.html

    MfG,
    teacher

  33. philgeland
    26. März 2010

    @theolounge
    Wie das mit Positivisten nun mal so ist. Was will man machen?
    Trotzdem halte ich den „Gotteswahn“ für eine ausgesprochen kurzweilige Lektüre. Eine flüssig geschriebene, sympathische Streitschrift, mit der man sich auseinandersetzen sollte. Ob einem die Thesen nun zusagen oder nicht.

  34. Pingback: Gestern: Parapsychologie im Krankenhaus ? « theolounge.de

  35. Pingback: Sind Nahtod-Erfahrungen Bilder aus dem Jenseits? « theolounge.de

  36. Bella-Fio
    3. September 2010

    Hallo,
    ich habe mir einige Berichte durchgelesen und möchte auch etwas erzählen.
    Heute vor einer Woche ist mein Onkel verstorben. Seit 2,5 Jahren hatte ich sehr guten Kontakt zu ihm. Er kam alle zwei Tage meine Oma besuchen (die bei uns im Haus wohnt). Er hat meine kleine Tochter, die im Juni 2 Jahre alt geworden ist, geliebt. Und sie hing auch sehr an ihm. Und während des Erziehungsurlaubes mit meiner Tochter habe ich ihn natürlich auch oft gesehen.
    Naja… Heute morgen bin ich zu meiner Tochter, die wie gesagt jetzt zwei Jahre alt ist und gerade ein paar Wörter aneinander reihen kann, ins Zimmer gegangen. Sie war gerade wach geworden und erzählte immer wieder von einem „Engel“ (das hat sie bisher noch nie getan!!!). Sie sagte immer „Engel, Garten“… Wohlgemerkt saßen meine Oma und mein Onkel oft im Garten und haben Kaffee getrunken. Meine Tochter war häufig dabei!! Hat er sich von ihr in Engelgestalt verabschiedet??? Das komische ist, dass mein Mann mir eben erzählt hat, dass mein Onkel ihm heute morgen beim Zähneputzen kurz erschien (das wollte er mir eigentlich gar nicht sagen). Und ich habe letzte Nacht von ihm geträumt. Alle 3 Ereignisse an einem Tag, und genau eine Woche nach dem Tod meines Onkels… Was hat das zu bedeuten??? Ich persönlich glaube schon daran, dass sich Verstorbene noch einmal verabschieden kommen. Egal wo… Meine Mutter erzählte mir, dass ihr Vater ihr in einem sehr realen Traum (oder Nicht-Traum) vorkam. Ich finde das alles irgendwie schön aber auch erschrenkend zugleich.
    Liebe Grüße,
    Bella-Fio

  37. theolounge
    5. September 2010

    Hallo Bella-Fio,

    ich habe ja diesen Bericht hier geschrieben und bin durchaus der Meinung, dass es mehr zwischen Himmel und Erde gibt, als wir landlaefig vielleicht so vermuten. Vielleicht auch sowas, wie Du berichtest.

    Hier findest Du mehr zum Thema> https://theolounge.wordpress.com/2010/03/01/ungewohnliche-erfahrungen-was-ist-parapsychologie/

  38. theolounge
    28. Dezember 2010

    Hier mal die Infos zu unserer Seite, wen es interessiert:
    Idee, Realisierung, Leitung der theolounge / theologisch.com.
    Kontakt: mail (at) theologisch.com

    („theolounge„) Marc Gerlach. Architekt und mittlerweile Lehrer für ev. Theologie und Latein am Gymnasium.
    Mehr dazu:
    https://theolounge.wordpress.com/wir-u-uns/

  39. jenni kuhn
    6. Juni 2012

    hallo, das ist wirklich interessant, was ich hier gerade lese, weil ich auch so eine erfahrung gemacht habe. das war am 28.01.2005, als mein papa auf der nachtschicht einen tödlichen arbeitsunfall erlitt. es war morgens gegen 04:25 uhr, als ich plötzlich aus dem schlaf hochschreckte und total verwirrt war. ich wusste nicht warum und ich kann auch sagen, dass ich so etwas vorher nicht erlebte und danach auch nicht mehr erlebt habe. und ich bin jetzt mittlerweile 27 jahre alt. dieses hochschrecken aus dem schlaf. total komisch. das MUSS der zeitpunkt des todes von meinem papa gewesen sein, wie man aus dem totenschein eruieren kann: der tod vom notarzt wurde um 04:40 uhr festgestellt. mein opa hat erzählt, dass bei ihm gegen 04:30 uhr die uhr an der wand stehen geblieben ist. ob das stimmt, weiß ich nicht. aber warum sollte er lügen? die wochen danach ist mein papa mir dann oft im traum begegnet. er hat immer mit mir gesprochen und alles hat sich so warmherzig angefühlt. ich habe mich in dieser zeit so unwahrscheinlich geborgen gefühlt. bis dann der tag kam, als mein papa sich richtig von mir verabschiedet hat. das mag ein totales hirngespinst sein, aber die letzten worte, die ich dann nachts im traum von ihm hörte, waren, dass ich mir keine sorgen mehr um ihn machen solle, weil es ihm gut ginge. und seitdem habe ich nichts mehr von ihm gehört. heutzutage, 7 jahre später, „denke“ ich im schlaf noch ab und an an meinen papa. doch er hat nie wieder zu mir gesprochen. manche leute denken vielleicht daran, dass meine erfahrung totaler mist sei, doch wenn man das selbst erlebt hat, weiß man, dass das kein mist ist. liebe grüße, jenni

  40. theolounge
    6. Juni 2012

    @jenni: danke für Deine Erfahrung. Ich denke auch, dass das, was Du erfahren hast, nicht einfach nur ein Hirngespinst ist.

  41. oliver2punkt0
    30. Juli 2012

    Ja, es gibt Dinge die wir nicht erklären können. Im Tod kann vieles passieren. Eine Verabschiedung wie Du es beschreibst, oder ein Umherirren. Zwischen Himmel und Erde ist ein Raum, welcher viele Möglichkeiten zulässt.
    Ich selbst hatte die Wahl ob und wo ich aufwachen wollte.
    Ich glaube fast, dass das besondere daran ist, dass wir normalerweise auch unsensibel gegen solche Dinge sind. Erst wenn wir trauern oder wissen, dass ein Mensch geht, werden wir „hellhörig“.

    Um den Weg nach hause abzukürzen gehe ich mit meinem Hund oft den Weg über den Friedhof. Plötzlich vor einem Grab stellte er die Haare und bekam Angst und zog an der Leine. Wie sich das Grab von den anderen unterschied? Es war neu. Klar lässt auch dies Interpretationen zu.

  42. theolounge
    30. Juli 2012

    @oliver2punkt0 Danke für Deinen Kommentar

  43. Gina
    11. März 2015

    Ist zwar schon eine Weile her, dass hier der letzte geschrieben hat. Trotzdem möchte ich auch meine Erfahrungen aufschreiben. Anfang Dezemberg 2013 sagte ich zu meinem Lebensgefährten: „Schatz, ich denke, wir sollten Weihnachten zu Deinem Vater fahren.“ (in die Schweiz) Wir planten es ein, aber kurz vor Weihnachten meinte mein Lebensgefährte, dass wir den Besuch doch besser auf Frühling verschieben sollten, weil wir ohnehin so viel Streß hätten. Ich überlegte kurz und sagte dann: „Nein, ich weiß nicht warum, aber ich meine, wir müssen jetzt fahren.“ Wir sind dann gefahren und keiner wußte, dass es das letzte Zusammentreffen von Vater und Sohn war. Mein Lebensgefährte fiel im Januar einfach um. Und ich fragte ihn genau an diesem Morgen, als ich zur Arbeit ging, ob es ihm gut ginge, er käme mir so traurig vor. Ich sagte ihm, dass ich ihn von ganzem Herzen liebe. Nie wieder konnte ich mit ihm sprechen. Er wurde zwar wiederbelebt, lag dann noch knapp etwas mehr als 2 Wochen im Koma und verstarb dann. An seinem Todestag ging ich morgens mit den Hunden und wußte, dass er heute sterben würde. Ich fuhr in die Klinik, betrat das Zimmer und wußte, dass er jetzt gehen wolle. Um kurz vor 12 Uhr blieb sein Herz für immer stehen.

    Liebe Grüsse
    Gina

  44. theolounge
    11. März 2015

    Danke, Gina, für Deinen Kommentar !

  45. Danielle
    8. April 2015

    Kann es sein, mein Mann ist in der Stube verstorben, jeden Nacht eine kalte für ein paar Stunden, kann mir nnichts darunter vorstellen

  46. Egal
    9. Mai 2015

    Kenne diese verwirrende Erfahrung,auch dass man glaubt..man spinnt.. Am Todestag meines Vaters wachte ich früh am Morgen auf und plötzlich stupste mich etwas heftig in den Rücken..wie ein Finger…es war aber Niemand da.. Ich wollte auftsehen und da klingelte das Telefon..es war das Krankenhaus…das mir mitteilte mein Vater liegt im Sterben…

  47. Laura Mittermüller
    13. Dezember 2015

    Hallo zusammen. Ich habe auch schon mehrere Erfahrungen gemacht.
    Zuletzt War es ein netter Mann aus dem Seniorenheim in dem ich arbeite. Als es passierte War ich erst ein paar Monate dort angestellt. Der Mann und ich verstanden uns auf Anhieb sehr gut.
    Er wurde dann plötzlich sehr Krank. Metastesen auf der Leber. Er hatte keine Angehörigen. Wir und das Heim waren seine Familie und sein Zuhause.
    Also er kam dann ins Krankenhaus. Da er niemanden hatte beschloss ich ihn nach Feierabend zu besuchen. Es War die beste Entscheidung überhaupt. Er freute sich so unfassbar fest über meinen Besuch das ihm die Tränen kamen, auch ich War sehr gerührt so das mir fast die Tränen kamen. Na gut, er kam nach ein paar tagen wieder zurück ins Heim da sie nichts mehr für ihn tun konnten. Er hatte sichtlich schmerzen! Er entschuldigte sich bei jedem falls er was falsch gemacht hat oder mal jemanden beleidigt hat.
    Dann hatte ich 2 Wochen Urlaub, bevor ich ging sagte ich zu ihm : wir sehen uns in 2 Wochen. Er sagte ja und lächelte. Wir wussten zu dem Zeitpunkt das das nicht mehr passieren wird.
    An dem Wochenende fuhren wir dann auch weg. In der kommenden Woche Montags Nacht War es dann soweit.
    Ich träumte von ihm wie er sich von mir verabschiedete. Er umarmte mich ganz fest und lächelte dabei zufrieden wirkend. Am nächsten morgen beim Frühstück sagte ich zu meinem Mann das ich glaube er seit heute Nacht gestorben. Es stellte sich heraus das es genauso War.
    Das er sich von mir verabschiedet hat War ein wirklich tolles Erlebnis das ich nie mehr vergessen oder missen möchte.
    Er wurde leider ganz alleine Beerdigt da ich ja noch nicht Zuhause War.
    Nach dem Urlaub ging ich aber mit einer Kollegin zu seinem Grab und wir machten es für ihn hübsch.

  48. theolounge
    13. Dezember 2015

    Danke für Ihren Bericht!

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