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Warum macht uns der Islam Angst ?

Heutzutage kann man fast von einer gewissen Hetze sprechen, die gegen Moslems öffentlich immer wieder stattfindet. Zwar geschieht sie durch eher extremistische Internetseiten, aber deren Agitationen erfüllen teils sogar den Tatbestand der Volksverhetzung.

Im Folgenden können Sie ein paar informative und gute Interviews von br-online.de anhören. Klicken Sie > hier zum Anhören.

Lesen Sie auch:
> Zentralrat der Juden für Islam-Zentrum in München foto: stuck in customs,flickr.com

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5 Kommentare zu “Warum macht uns der Islam Angst ?

  1. philgeland
    27. März 2010

    Hmja, Aufklärung tut not.
    Hierzu sei auch ein Interview mit dem Politikwissenschaftler Hamed Abdel-Samad wärmstens zu empfehlen.

  2. rheinlaenderinlondon
    27. März 2010

    @philgeland

    Aus dem von Ihnen eingestellte Interview: “Hamed Abdel-Samad: Jeder Tabubruch bringt eine Bedrohung mit sich, und ich versuche damit zu leben. Die Erklärung für mich ist, dass der Islam sich kulturell auf dem Rückzug befindet, deshalb ist der Islamismus auf dem Vormarsch. [...] Die Traditionalisten sehen, dass die alten Strukturen langsam brechen, und sie bekommen Panik, dass sich alles auflöst. Nervös und mit dem Mut der Verzweiflung versuchen sie, alles in Takt zu behalten. [...] Ich versuche, ein Optimist zu sein, und sehe diese Gewalt als Vorbote der Transformation, als Geburtswehen der Veränderung!”

    Dieser Optimismus in allen Ehren, aber wenn dieser Prozess aehnlich verlaeuft, wie in Europa, wird sehr viel Blut fliessen. Ketzerverfolgen und Hexenprosse wurden erst in 16. Jhrdt. ein Massenphenomen, es hat die Metzeleien des 17. Jhrdt. gebraucht, bis sich, zumindest in der geistigen Elite, durchsetzte, dass religoese Toleranz eine brauchbare Sache sei, die Franz. Revolution, der wir endlich viel verdanken, fuehrte auch zu Buergerkrieg und den Mio. Toten der Kriege Napoleons, der wiederum Rest Europa in die Moderne zwang und damit einer ganz grossen Fortschrittsmacher der Geschichte ist, etc.

    Wie eine solche Entwicklung mit den Waffen des 21. Jhrdt. in der islamischen Welt (und damit innerhalb einer globalen Gesellschaft) aussehen wuerde, mag ich mir nicht ausmalen.

  3. philgeland
    30. März 2010

    Gewalt als Vorbote einer positiven Veränderung zu sehen, mag in der Tat eine etwas zu optimistische Vorstellung sein. Gerade im 21. Jahrhundert, wo es keine “Rückzugsmöglichkeiten” mehr gibt. Nachdem die Kreuzritter jahrhundertelang ihr blutiges Unwesen in Palästina getrieben hatten, verschwanden sie halt wieder dahin, wo sie hergekommen waren. In einer globalisierten Welt ist das wohl kaum möglich.

    Gerade in Bezug auf das 21. Jahrhundert muss in diesem Zusammenhang auch die Frage erlaubt sein, in wie weit die westliche Kultur (mit all ihren positiven Errungenschaften) heutzutage noch eine friedliche ist: Gewalt hat viele Gesichter.

    Und wer sagt eigentlich, dass unsere “Kultur” nicht auch zur Zeit (und das trotz aller Technologie und aller Wissenschaft) Gefahr läuft, einen Rückfall in moderne Formen der Barbarei zu erleiden? Ich persönlich vermute eine generelle Tendenz in diese Richtung – nicht nur im Islam.

  4. rheinlaenderinlondon
    31. März 2010

    Nun, es gibt eine generell Tendenz von Zivilisationen Gewalt zu minimieren: Roemer der Augustenischen Periode waren entsetzt ueder die Gesetze der 12-Tafeln (gerade 400 Jahre frueher), ein moderner Brite waere entsetzt ueder das Schauspiel des “hanged, drawn and quartered” oder ein Deutscher ueber das Raedern – es ist gerade rund 200 Jahre her, dass diese Strafen abgeschaft wurden. Es Krieg zwischen Dtld. und Frankreich ist heute einfach undenkbar, vor rund 70 Jahren …

    Das bedeutet aber, das solche Gesellschaften durchgesetzt werden muessen. Die Abschaffung des Raederns ging einher mit den Kriegen Napoleons.

    Preisfrage: Wie bekommt man eine Stammesgesellschaft wie im Jemen oder Afghanistan in wenigen Jahren ohne die brutalen Methoden unserer Geschichte auf den zivilsarischen Stand der Gesellschaften Europas?

  5. philgeland
    31. März 2010

    @rheinlaender

    Keine Frage: “Zivilisation” zeichnet sich durch fortgeschrittene Formen der Selbstkontrolle des Einzelen aus. Funktionen und damit auch Verhaltensweisen sind durch Differenziertheit geprägt. Die Beherrschung von affektiven Handlungen (nicht nur denen, die anderen schaden könnten) ist ein Muss, da sich jedes Individuum in einem Netz von Abhängigkeiten befindet, deren Missachtung in den meisten Fällen mit Sanktionen verbunden ist (und damit ist nicht nur eine strafrechtliche Verfolgung gemeint – es beginnt z. B. schon damit, dass es sich nicht “schickt”, in einem Restaurant oder von mir aus auch in einer Kirche laut zu rülpsen; die “Sanktion” folgt auf dem Fuss: z. B.missliebige Blicke. “Der zivilisierte Mensch” vermeidet solche Regelbrüche, da er die Regeln an sich verinnerlicht hat.).

    Problematisch wird es, wenn eine Zivilisation anderen Kulturkreisen derart überlegen ist, dass sie ihre eigene Sicht- und Lebensweise für die einzig richtige hält und sich das Recht herausnimmt, “die frohe Botschaft” auch anderen – notfalls mit Gewalt – aufzuzwingen.
    Man sieht, es handelt sich um eine Münze mit zwei Seiten.

    Auf die “Preisfrage” liesse sich also mit einer Gegenfrage antworten: Ist es unbedingt notwendig, ein Land wie den Jemen “zum Westen zu bekehren” oder wären hier nicht andere Methoden der “Verständigung” angebracht, um der Bildung fundamentalistischen Gedankenguts in jener Region den Wind aus den Segeln zu nehmen?

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